Januar 2021

Urlaub von der Pandemie

Den Monat Januar verbringen wir beinah ausschliesslich im Parque Nacional Lanín. 


Die wilde Natur dieses Naturparks lässt uns den Corona-Virus tatsächlich für eine Weile vergessen.

Gefahrene Strecke: 443 Km

Zeitzone: MEZ -4 Std.

Route:

Lago Queñi - San Martín de los Andes - Lago Lolog - Lago Epulafquen - Termas Lahuen - Laguna Verde - Vulkan Achen Niyeu - Junín de los Andes - Lago Paimún - Junín de los Andes

Unsere aktuelle Situation:


Wir befinden uns in der Provinz Neuquén, in der wir - wie Tausende andere Argentinier auch - den Sommer verbringen wollen. Das sehr angenehme Klima und die traumhaften Landschaften machen dieses Gebiet zu einer der meist besuchten Urlaubs-Destinationen Argentiniens. Die Corona-Fallzahlen steigen zwar und die Spitäler der Region haben keine freien Betten mehr, dennoch lassen sich die Argentinier ihre Sommerferien dadurch nicht vermiesen. Dank Urlaubs-Region sind die Reise-Einschränkungen hier lange nicht so extrem, wie in unserer „Heimat“-Provinz Catamarca. Uns scheint es auch, als ob die Menschen die wir hier treffen verantwortungsvoller und vernünftiger mit der Ansteckungsgefahr umgehen als in Belén. Apropos Belén, in dem Städtchen gibt es aktuell mehr als 100 aktive Fälle, dementsprechend hat sich der Ort wieder abgeschottet und die Restriktionen wurden verschärft.


Bei dieser Gelegenheit schicken wir herzliche Grüsse an unsere Freunde in Belén und wünschen Euch, dass Ihr (wie schon beim letzten Mal sehr erfolgreich) den Corona-Virus schnell wieder ausrotten werdet.

Unsere alte Heimat - wir behalten sie in guter Erinnerung 

Willkommen im Jahr 2021 


Bereits beim Start ins neue Jahr halten wir uns im Nationalpark Lanín auf. Am Lago Queñi verbringen wir ein paar kurzweilige Tage mit unseren Reisefreunden Nicole & Pit (SwissOverlander.ch) und Patricia & Stefan (ExplorerSouls.com). Leider verlassen uns die vier bereits am 5. Januar. Jeder von uns hat andere Ziele: die SwissOverlander wollen in den Süden, die ExplorerSouls zieht es Richtung Norden. Da wir einfach nur „hier“ bleiben wollen, verbringen wir eine weitere knappe Woche am wunderbaren Lago Queñi.


Nicole & Pit und Patricia & Stefan: Die Zeit mit Euch war super lustig und sehr unterhaltsam. Wir hoffen sehr Euch irgendwann wieder zu treffen. Bis dahin wünschen wir Euch weiterhin gute Fahrt, tolle Erlebnisse und viel Erfolg mit Euren YouTube-Kanälen:

… gemeinsames Frühstück

… gemeinsam auf der Wanderung zur Therme

… gemeinsames Sammeln von Brennholz

.. gemeinsames Backen eines Schlangenbrots gemäss Anleitung von Stefan 

Bild: Esteban

… gemeinsam die Rückfahrt über den Fluss schaffen

Der VW-Bus mit 4x4 Antrieb muss den Ford Transit ziehen, damit dieser nicht im Wasser stecken bleibt.

Alles steht bereit für die Fluss-Durchquerung

Ein Argentinier versucht es auf seine Weise: mit Vollgas durchs Wasser; ob sein Motor das wohl überlebt?

So machen wir es - ohne Hast und mit Vorsicht.

Alles ist gut gegangen; Marita findet noch ein Fzg.-Schild eines argentinischen Autos…

Für unseren Indi ist die Flussquerung einfach, die Bodenfreiheit ist beachtlich :-)

Was hab ich gesagt... am 5. Januar war die Verabschiedung?... war da nicht noch was Anderes...? Ach ja, unser Hochzeitstag! Den haben wir ja völlig vergessen. Macht nichts, den feiern wir einfach am 6. Januar nach (ist ja auch unser 6. Hochzeitstag).

In Zweisamkeit

feiern wir unseren

6. Hochzeitstag

Es scheint nicht so, aber das Wasser ist kalt, sehr kalt. 

Marita wandert auf den nahe gelegenen Cerro Acol, zusammen mit unseren neuen Freunden Esteban und Belén aus  Villaguay (Entre Rios); stolze 1´100 Höhenmeter müssen bezwungen werden.

Jan bleibt mit Banda zurück, denn der Hund darf nicht im Nationalpark herumspazieren. Ausserdem sagt die Hüfte von Jan sowieso „Nein“ zur anstrengenden Wanderung. Somit ist es eine win-win-Situation ;-) 

Die wunderbare Seenlandschaft 

Das Gipfelbild

Es war nicht der schönste Tag, aber wohl ein schönes, gemeinsames Erlebnis

Zum Abschied ein Bild aller Beteiligten …

Bild: Esteban

„San Martín de los Andes“ => eine Touristen-Hochburg


Die Kleinstadt San Martín de los Andes liegt vor den Toren des Nationalparks Lanín und am Ende des Camino de los Siete Lagos. Ausserdem befindet sich in der Nähe eines der bedeutendsten Skizentren des Landes, was San Martín nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter zu einem beliebten Reiseziel macht. Dementsprechend besitzt der Ort eine hervorragende Infrastruktur für Touristen. Man findet hier viele Bars und Restaurants, einladende Strassen-Cafés mit italienischem Espresso, gute Geschäfte mit teuren Markenartikeln, besuchenswerte Spezialitäten-Läden mit feinen Leckereien. Kurzum, alles was das Urlauber-Herz begehrt. Allerdings hat es auch seinen Preis. Wir schätzen hier ist alles mind. 30% teurer als im weniger bekannten Städtchen Junín de los Andes, das nur etwa 50 Kilometer nördlich von hier liegt. Die meisten Leute die wir in der Region um San Martín kennen lernen kommen aus der Stadt, bzw. aus der Provinz Buenos Aires, fahren teure Autos und scheinen sehr kaufkräftige Touristen zu sein. Man kann San Martín de los Andes gut und gerne mit einem High-Society-Touristen-Ort in den Alpen vergleichen. Die unglaublich vielen Touristen machen uns die Entscheidung leicht, wir füllen hier nur unsere leeren Vorräte auf und düsen so schnell es geht wieder raus in die wunderschöne Natur Patagoniens.

Parque Nacional Lanín


Unser „Fluchtort“ aus der hyper-touristischen Zivilisation ist der 412.000 Hektar grosse Nationalpark Lanín. Inmitten der riesigen hügeligen Waldgebiete liegen unzählige klare Seen und strömen Flüsse mit erfrischendem Schmelzwasser. Wir erklimmen hohe Berge und Vulkane, wir wandern zu heissen Quellen und entlang erstarrter Lava-Flüsse. Wir geniessen die Sonne, gehen Schwimmen und entzünden abends Lagerfeuer.




Am Lago Paimún entschliessen wir uns für die Wanderung um den See das Zelt mitzunehmen. Wir möchten eine Nacht „auswärts“ schlafen und packen dafür zwei grosse Rucksäcke. Wir sind schon sehr gespannt wie unsere Hündin reagieren wird, wenn ihr üblicher Schlafplatz im Fahrzeug (im Fussraum des Beifahrersitzes) nicht vorhanden sein wird. Wir haben Bandas Decke dabei und richten ihr eine kleine Ecke im Zelt ein. Üblicherweise sucht sich unser Hund zur Schlafenszeit selbständig den Weg durchs Moskitonetz der Schiebetür und verkriecht sich ohne Aufforderung in seinem Schlafplatz. Wir sind ganz überrascht, als der Vierbeiner wiederum selbständig und instinktiv seine Nase gegen das Moskitonetz des Zeltes drückt, um an seinen Schlafplatz zu kommen. Unglaublich, mit welcher Selbstverständlichkeit unsere Hündin ihren zugeteilten Schlafplatz findet und akzeptiert. Es gefällt ihr mit uns im Zelt sogar so gut, dass sie morgens nicht (wie sonst üblich) um 07:00 Uhr schon raus will. Nein, sie kriecht heute erst um halb zehn mit uns aus dem Zelt.


Eigentlich war unser Plan nur eine Nacht zu zelten, aber der Platz am See ist zu schön um das Camp schon abzubrechen und zurück zu wandern. Also entscheiden wir uns für eine weitere Nacht im Zelt. Ab sofort rationieren wir unsere und Bandas mitgebrachten Lebensmittel und sammeln erneut Holz für ein gemütliches und wärmendes Lagerfeuer. Endlich kommt auch mal unser kleiner Keramik-Wasserfilter zum Einsatz, den wir bisher nur spazieren gefahren haben.

Die Natur holt sich Ihren Platz zurück, auch nach einem „tödlichen“ Vorfall wie ein Vulkanausbruch

Unser Zelt „Hannah“ endlich wieder mal im Einsatz

… das schwere Gepäck erfordert eine Pause…

… nach dem Marsch und dem Zeltaufbau erst mal die Energiereserven auftanken…

… dann eine Abkühlung genehmigen…

… dann sich endlich die verdiente Ruhe gönnen…

Überall im Nationalpark Lanín wird vor der bienenähnlichen „Chaqueta amarilla“ (Gelb-Jacke) gewarnt. Ein Stich dieses gelb-schwarzen Insekts sei um ein Vielfaches giftiger als der Stich einer gewöhnlichen Biene, deshalb wird überall zur Vorsicht gemahnt. Angeblich wurde dieses fleischfressende Flügeltier zur Bekämpfung der allzeit präsenten und sehr lästigen und aufdringlichen Bremsen eingeführt. Wir fragen uns, ob wir uns nicht lieber von Bremsen schmerzhaft stechen lassen, bevor wir am Gift eines anderen Insekts kollabieren (Jan ist sehr allergisch auf Bienen-/Wespengift). Die vielen Warnschilder im Park machen uns neugierig und so fragen wir Dr. Google nach diesem Vieh. Siehe da, bei der „Chaqueta amarilla“ handelt es sich um die (für uns) ganz gewöhnliche Deutsche Wespe (Vespula germanica).

Die Schönheit der Natur spiegelt sich zum Duo.

Häufig an den Seen sind die einladenden Strände aus schwarzem Vulkan-Kies zu bewundern und zu geniessen. 

Wenige menschliche Hinterlassenschaften (ausser dem Abfall auf Campingplätzen) verrotten langsam.

Die Wälder sind wunderschön. Bereits im nördlichen Teil des Nationalparks zeigen sich vereinzelt die geschützten und speziellen Araukarien-Bäume. Sie werden uns im Februar noch als ganze Wälder begleiten.

Und dann gibt es noch die Therme, bestehend aus natürlichen und eigens angelegten Warmwasser-Pools. 

Dieser Pool lädt nicht unbedingt zu einem Bad ein.

Dieser Pool wird gar 61° C heiss.

Und dann ist da noch die Wanderung zum Vulkan Achen Niyeu.

Marita wandert alleine bis zum Gipfel. Jan und Banda warten am Fuss des Vulkans auf ihre Rückkehr. 

Ein Vulkan mit wunderschönem Krater. Rundherum viele andere Vulkane.

Marita hat den sehr kraftraubenden steilen Aufstieg übers Geröll und Kies geschafft

Oben angekommen wird man mit toller Aussicht belohnt. Frage - wo ist Marita im Bild?

Und nochmal - wo ist Marita im Bild? Sie ist bereits am Abstieg.

Ich liege währenddessen unter dem einzigen Baum weit und breit und geniesse die Aussicht

Zum Schluss noch ein bisschen „Technik“


Die Kopfstütze unserer Rückbank wackelt plötzlich mächtig. Was ist da passiert? Wir bauen die Bank aus und nehmen die Rückenlehne auseinander. Oweh, die Halterungen für die Kopfstützen-Stangen sind beinah komplett abgebrochen, wir brauchen unbedingt einen Schweißer. Da wir uns im Moment allerdings noch im Nationalpark befinden, müssen wir uns erst Mal selbst behelfen. Wir reparieren die Sache notdürftig mit Draht und stützen die Halterungen mit zwei in der Natur gefundenen Bambus-Rohren. Das hält prima. In Junín de los Andes lassen wir aber unsere Bio-Konstruktion entfernen und von einem Schweißer fachgerecht ersetzen.

Die Halterungen, bzw. Führungsstangen sind gebrochen und halten nicht mehr. Entweder waren die Rüttelstrassen oder unser eigenes Körpergewicht schuld - oder beides. 

Wir sind in der Natur - was ist zu tun?

Der Overlander weiss sich zu behelfen: mit Bambus und Draht fixieren wir die zwei gebrochenen Führungen.

Bei der nächsten Gelegenheit wird die Rückbank ausgebaut und geschweisst. Man bemerke: unsere behelfsmässige Reparatur hat bis dahin gehalten …

Hier die geschweisste und verstärkte Version - die Führungsstangen werden mit einer zusätzlichen Eisenstange am Gestell und untereinander fixiert. Das hält prima.

Held des Monats Januar


Unser Held des Monats ist der „Garte-Park“ (Insider wissen, wir meinen den „Guardaparque“) vom Lago Queñi. Adrian war bereits im Februar 2018 hier der Parkwächter und damals ist er uns schon als hilfsbereiter und sympathischer Mensch aufgefallen.


Er zeigt nicht nur für die Natur des Parks, sondern auch für deren Besucher vollen Einsatz. Er schlägt Treppen in den Waldboden, repariert verstopfte sanitäre Anlagen, besorgt Feuerstellen für Camper, betreibt einen Abschleppdienst über den zu überquerenden Fluss, bietet Fahrdienst für Rucksack-Reisende, beantwortet Fragen zu den vielen Wanderwegen und kümmert sich nebenbei noch um die Registrierung eines jeden einzelnen Besuchers.


DANKE Dir Adrian für Alles. Gerne kommen wir irgendwann mal wieder bei Dir am Lago Queñi vorbei.

Leider haben wir kein besseres Bild vom Guardaparque Adrian. Hier nach dem Ziehen der Fahrzeuge über den Fluss.

mbo

Plan Februar 2021

Wir bleiben weiterhin in der Provinz Neuquén und werden langsam und stetig der Anden entlang nordwärts tingeln.

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