September 2021

Paraguay - 

das Land der Gegensätze?

Paraguay zeigt sich uns von einer freundlichen, als auch von einer erschreckenden Seite. Immer wieder überrascht uns das Land und vor allem seine „neuen“ Menschen.

Gefahrene Strecke:  1´719 Km

Zeitzone: MESZ -5 Std.

Route:

Paraguay: Filadelfia - Laguna Capitán - Fortín Isla Po‘í - Fortín Boquerón - Colonia Neuland - Hasta la Pasta, Altos - Asunción - San Bernardino - Hasta la Pasta, Altos - Atyrá - Ferndando de la Mora - Asunción - La Colmena - Colonia Independencia - Salto Don Alberto - La Colmena - Colonia Independencia - Fernando de la Mora

Der Paraguaysche Chaco - die Menschen und ihre Geschichte


Im unwirtlichen Chaco ist es für uns unglaublich schwer einen optimalen Stellplatz zu finden. Die Sonne brennt erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel und Temperaturen über 40 Grad sind keine Seltenheit. Da sehnt man sich nach ein paar Quadratmetern Schatten. Vor allem wenn man mit einem wenig isolierten Kastenwagen unterwegs ist, der die im Blech gespeicherte Hitze die ganze Nacht durch abgibt und man schweissgebadet im Bett liegen muss. Glücklicherweise gibt es in der Stadt Filadelfia das Hotel Florida, welches uns erlaubt auf dem schattigen Parkplatz zu verweilen und den Swimmingpool mit dem herrlich kühlen Wasser zu benutzen. Hier halten wir es gerne ein paar Tage aus. Schliesslich möchten wir die Museen der Region erkunden und mehr über die Geschichte des Chaco und seine Menschen erfahren.


Direkt gegenüber des Hotel Florida finden wir das Heimatmuseum, das nicht nur ausführlich über Flora und Fauna des Chaco informiert, sondern im Besonderen die interessante Einwanderungsgeschichte der Mennoniten erklärt.


Bilder erzählen davon wie Russlanddeutsche Mennoniten in den 1930er Jahren vor Stalin flüchten mussten, in Deutschland haben sie allerdings auch kein Bleiberecht erhalten. Die Mennonitische Weltorganisation hat daraufhin den Zufluchtsort Paraguay bestimmt und den kompletten Transport der Flüchtlinge organisiert und übernommen. Kaum dem Krieg in Europa entronnen, steckten die armen Menschen inmitten des nächsten Krieges, nämlich dem Chaco-Krieg. Dazu komm ich aber später noch.


Im Urwald-ähnlichen Chaco waren die Einwanderer erst mal dazu gezwungen mühsam eine gewisse Infrastruktur, wie Strassen und Dörfer zu schaffen. Ausserdem fingen die Menschen an Landwirtschaft zu betreiben und das Land zu kultivieren. So entstanden u.a. die heute bekanntesten Mennoniten-Kolonien Menno, Neuland und Fernheim. Noch heute wird in den Kolonien „Plautdietsch“ gesprochen - eine niederpreußische Varietät des Ostniederdeutschen. Wie die Sprache, kam auch das Handwerk hierher. Unter den Mennoniten findet man die besten Arbeitsmänner und -frauen. Egal ob Zimmerer, Schweisser, Mechaniker oder Bäcker, Metzger und Konditoren; die Qualität stimmt. Kein Wunder finden wir in den Mennoniten-Kooperativen feinen Käse, knuspriges Brot und knackige Landjäger. Für uns ist der Chaco kulinarisch ein echtes Highlight, das wir ausgiebig nutzen.

Im Heimatmuseum wird uns auf interessante Art und Weise und sehr umfangreich über die Geschichte der Mennoniten erzählt.

Vor allem der Glaube stand sehr im Zentrum der Menschen, aber nicht nur …

Ein weiteres Museum zeigt Alles über die Natur des Chacos - erstaunlich wie vielfältig diese in der trockenen und unwirtlichen Umgebung ist.

Leider ist uns die Sichtung so manch schöner Tiere verwehrt geblieben, insbesondere der grossen Katzenarten wie Jaguar und Puma.

Auch Nasen- und Ameisenbären leben im Chaco.

Paraguay und sein extremes Klima:

Paraguay - und insbesondere der Chaco - kann derart trocken und heiss sein.

Aber wir finden auch solche Bilder: Wasserlöcher mit vielen Vögeln. Hier können wir sogar Flamingos und Störche beobachten

Es gibt Tage welche so gnadenlos heiss und schwül sind, dass sogar Banda ein kühlendes Bad notwendig hat. 

Das Wetter hat vielerlei Facetten: es kann Regen von über 100 ml / Tag geben, vielfach begleitet mit schweren Gewittern und starken Stürmen

An was glauben Mennoniten?


Die Mennoniten sind eine evangelische Freikirche, die ihre Wurzeln in der um 1525 stattfindenden Schweizer Reformation in Zürich hat. Die Freikirche war gegen die Kindertaufe und für die Gläubigentaufe. Das heisst ein Mensch soll erst getauft werden, nachdem er sich bewusst für den Glauben entschieden hat. Ausserdem forderten die Menschen eine eigene Pfarrerwahl. Dies passte aber weder der katholischen Kirche, noch den Lutherischen und Reformierten. Sogar die politisch Regierenden sahen in den Täufern eine Gefahr für die Autorität von Staat und Kirche. Von diesem Zeitpunkt an wurde die damals noch junge Bewegung böse verfolgt. Sogar Zwingli forderte dazu auf, die Täufer mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln auszurotten.


Die Täufer flohen in verschiedene Richtungen. So z.B. nach Süd- und Norddeutschland bis in die Niederlande. Der 1536 zu den Täufern konvertierte Theologe Menno Simons betonte das Prinzip christlicher Gewaltfreiheit. Er versammelte große Teile der niederländisch-norddeutschen Täuferbewegung und gewann so großen Einfluss bei den Täufern. Das ging sogar so weit, dass sie sich als Mennoniten benannten. Schließlich wurde der Name auch von Täufergemeinden des schweizerisch- süddeutsch-französischen Raumes verwendet. Der neue Name bot nun einen gewissen Schutz, denn auf „Mennoniten“ stand keine Todesstrafe.


Wesentliche Glaubens-Merkmale der Mennoniten ist die Gläubigentaufe, die generelle Ablehnung jeden Eides und Ablehnung des Militärdienstes, die absolute Gemeindeautonomie, das Priestertum aller Gläubigen und die Unabhängigkeit von Politik und Kirche mit ihren eigenen Gesetzen. 


Die Basis für Glauben und Leben ist die Bibel. Eine zentrale Stelle für das mennonitische Glaubensverständnis nimmt die Bergpredigt ein.


Eine frei von mir gewählte Kernaussage der Bergpredigt ist unter Anderem:

Jesus ruft dazu auf, ihre Mitmenschen zu lieben, sogar die Feinde, und allen mit Respekt zu begegnen. Er fordert sie auf, Gutes zu tun und sich gegenseitig zu helfen, vor allem den Benachteiligten und Schwächeren.

(Matthäusevangelium Kapitel 5-7)

Das Gemälde mit einer Szene aus der Bergpredigt

Die Kirche von Atyrá: Gemälde mit einer Szene aus der Bergpredigt

Der Chaco-Krieg 1932 - 1935


Stille Zeugen des „dummen“ Chaco-Krieges sind heute die Militär-Forts, die als Museen zu besichtigen sind. In Bildern und mit historischen Waffen wird das unsinnige Gemetzel von damals erläutert.


Der Chaco Krieg war der blutigste Konflikt Lateinamerikas und kostete über 100’000 Menschen das Leben. Bolivien und Paraguay stritten sich schon Jahrzehnte lang um den Gran Chaco eh es 1932 zur Eskalation kam. Geologen behaupteten es gäbe Öl in dieser Region. So kam es dass das US-amerikanische Unternehmen „Standard Oil“ Bolivien und die britisch-niederländische „Royal-Dutch Shell“ Paraguay unterstützt hat. Im Prinzip war es eine Fortsetzung des ersten Weltkrieges auf einem anderen Kontinent. Denn der Krieg wurde hauptsächlich von russischen und deutschen Emigrantenoffizieren geführt. 


Da Paraguay bereits in einem vorherigen brutalen Krieg gegen Brasilien, Uruguay und Argentinien fast 70% seiner männlichen Bevölkerung verloren hatte, konnte ihnen gegen das starke Bolivien nur noch ein Wunder helfen. Das kam in Gestalt mehrerer Dutzend russischer Offiziere, die nach dem russischen Bürgerkrieg ihr Heimatland verlassen und in Paraguay ein neues Zuhause gefunden hatten.

Das nächste Wunder war dann die Entschlüsselung der bolivianischen Militärcodes gleich zu Beginn des Krieges. So konnte sich das Paraguayische Militär einen unschätzbaren Vorteil sichern. Paraguay wusste oft schon von den Absichten des Feindes, bevor die bolivianischen Truppen überhaupt ihre Befehle erhalten hatten.

Diese Tatsachen verhalf dem ursprünglich chancenlosen Paraguay zum Sieg über die starken Truppen aus Bolivien.


Im Museum wird uns erzählt, die Mennoniten-Kolonien wurden von diesem Krieg kaum tangiert. Mal wurde ihnen gesagt sie seien jetzt Bolivianer und dann wurde ihnen wieder gesagt sie seien Paraguayer. Dies ging bis zum Kriegsende so ein paar Mal hin und her.


Letztendlich wurde 77 Jahre später, also erst 2012 tatsächlich Öl im Chaco entdeckt.

Viele Gedenkstätten erinnern an den schlimmen Krieg - meist heroisch.

Viel über die eigentliche Geschichte, den Grund oder den effektiven Verlauf des Geschehens ist nicht zu lesen, sondern meist sind einfach nur alte und verrostete Waffen ausgestellt.

Viele Bilder dokumentieren Momente des Soldatenlebens, als es noch gut war.

Viele Tafeln erinnern an die Helden und Taten des Krieges …

Wir treffen Vreni Regehr


Als wir Jans Mama Elisabeth per Telefon berichten wir fahren in den Chaco, erzählt sie uns von einer Cousine, die bereits in den 60er Jahren nach Paraguay ausgewandert ist. Wohin? Das weiss Lisbeth nicht genau. Irgendwo in den Chaco ist ihre Antwort. Also gehen wir suchen.


Die Suche dauert aber gar nicht lange, denn Verena Regehr ist eine Persönlichkeit im Chaco die jeder kennt. So erfahren wir sie ist in der Kolonie Neuland daheim. Die exakte Adresse erhalten wir letztendlich im Hotel Boquerón, wo die Inhaber ebenfalls noch Deutsch sprechen.


Wir haben Glück, denn die überraschte Verwandte ist tatsächlich zuhause. Die sympathische Frau lädt uns ein in ihr Haus damit wir uns kennen lernen können.


Verena erzählt uns aus ihrem spannenden Leben. Geboren 1941, aufgewachsen in der Schweiz, für die Liebe ausgewandert nach Paraguay, Familie gegründet und glücklich geworden. Im Laufe der Zeit liegt ihr immer mehr das Wohl der indigenen Bevölkerung am Herzen. Denn mit den europäischen Einwanderern kam die Landwirtschaft. Mit der Landwirtschaft die Rodungen. Dies schmälert auch heute noch massiv den Lebensraum der Urbevölkerung. Verena Regehr kämpft seit Jahren unermüdlich für die Indigenen und den Umweltschutz. Bereits 1997 gründete sie die „Stiftung für indianische Gemeinschaften in Paraguay“ und die „Vereine für indigene Gemeinschaften in Paraguay“. Wir können uns gut vorstellen, dass Verena mit ihrem Kampf für die Natur bei so manchen anders–denkenden Mitmenschen angeeckt ist. Jan und ich haben grossen Respekt vor der Arbeit dieser starken Frau.


Wer sich genauer über die von Verena Regehr gegründete Stiftung und den Verein informieren will, kann das über folgenden Link: https://www.indigene-paraguay.ch/de/ueber-uns/

Vreni und ihr Ehemann Marcos

Unser Indi in der Werkstatt


Unser Fahrzeug ist nun 8 Jahre alt und nie vorher haben wir spezifisch die Karosserie oder das Fahrgestell unter die Lupe genommen. Nur Verschleiss-/Verbrauchsteile wurden ausgewechselt. Nach Zig-tausend Kilometern auf üblen Strassen ist dies nun nachzuholen. Schon seit Monaten war für uns klar, dies werden wir in Paraguay machen. Warum in Paraguay? Paraguay ist äusserst günstig und man findet hier Handwerker die beste Qualität liefern. Zusätzlich ist die Beschaffung von Ersatzteilen relativ unkompliziert. So können wir im September schon einiges an unserem Fahrzeug erledigen. 


Ende September kommt endlich unser im Mai bestelltes und lang ersehntes Vorderachsgetriebe aus Deutschland an. Anfang Oktober können daher alle notwendigen Reparaturarbeiten erledigt werden.










Endlich - unsere Bestellungen aus Deutschland sind angekommen. Alles ohne Schaden und vollständig.

Unser Indi schwebt über Allem. Ein seltenes Bild, denn eine Hebebühne ist rar. 

Wir kaufen vor Ort noch weitere Ersatzteile wie z.B. Öl- oder Luftfilter

Auch Banda hat beim Mechaniker Egon eine neue Freundin gefunden, die 6 Monate alte Luna.

Am Ende des 1. Tages werden falsche Ersatzteile aus Asunción geliefert, darum können wir den Indi nicht mehr vom Lift herunterholen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als in unser Zelt umzuziehen.

Die „neue“ Bevölkerung Paraguays


Da wir mit einem Schweizer Autokennzeichen und unserem bayrisch-schweizerischen Logo in Paraguay aktuell eine Rarität sind, werden wir häufig von interessierten Deutschsprachigen angeredet. Die netten Menschen fragen woher wir kommen, welche Länder wir schon bereist haben, wo es uns am Besten gefallen hat und was unsere weiteren Pläne sind. So entwickelt sich meist ein kurzweiliges Gespräch.

Auch wir sind neugierig und fragen wie es kommt dass die Leute so gut Deutsch sprechen, wie lange sie schon in Paraguay leben und was sie (bzw. ihre Vorfahren) dazu bewogen hat überhaupt hierher auszuwandern.


Es stellt sich heraus, dass Paraguay schon immer ein beliebtes Auswanderungsland war. So treffen wir Menschen die bereits in dritter Generation hier leben, aber auch solche, die erst seit ein paar Wochen dabei sind sich eine neue Existenz aufzubauen. Einige dieser „neuen“ Menschen sind für uns die interessanten. Haben sie doch eine völlig andere Weltanschauung als wir. Sehr deutlich wird dies in öffentlichen Räumen, wie Supermarkt oder Restaurants. Während die meisten Einheimischen mit Hände waschen und desinfizieren plus Gesichtsmasken Vorsichtsmassnahmen gegen die Übertragung des Sars-CoV-2-Virus treffen, sind die neu Zugezogenen mit hartgesottenen Corona-Leugnern zu vergleichen. Outet man sich als geimpft, wird man zum Verräter abgestempelt.


Als Motivation zur Auswanderung (auch junger Familien mit kleinen Kindern) wird uns genannt, es gäbe in Deutschland zu viele Ausländer und die Kriminalität und Gewaltbereitschaft steige ständig. Ausserdem müsse man sich in Deutschland impfen lassen. Das wolle man in jedem Fall vermeiden, schliesslich ist die Corona-Imfpung tödlich! Die Eltern möchten keinesfalls, dass ihre Kinder Mundschutz tragen. All das seien Gründe für die Auswanderung ins Drittwelt-Land Paraguay. Inzwischen gibt es sogar einen Schwarzmarkt für gefälschte Impfausweise. Für 400‘000 Guaraní (umgerechnet 50 €) kann man sich den Impfnachweis ganz einfach kaufen. Sich nicht impfen lassen ist das eine und soll jeder für sich selbst entscheiden. Aber nicht dazu zu stehen und zu bescheissen… das finden wir nicht in Ordnung.


Von Alteingesessenen hören wir häufig, die „Neuankömmlinge“ seien ständig am Streiten und Schimpfen. Sie würden sich eine falsche Vorstellung vom Leben machen und nochmal auf die Welt kommen. Hier wird einem Nichts geschenkt, aber rein gar Nichts. Die Schule ist teuer. Jede einzelne Kopie muss vom Schüler bezahlt werden. Ganz zu schweigen von anderen Lehrmitteln wie z.B. Bücher. Denken wir mal an die Zukunft: Was machen junge Menschen mit einer paraguayischen Ausbildung? Wird die Ausbildung in Europa anerkannt? Wir kennen den Fall eines Veterinärs, der sein in Paraguay abgeschlossenes Studium in Europa teilweise wiederholen musste. Was für ein Aufwand…


Viele Einwanderer übersehen, dass es in Paraguay kein soziales staatliches Auffangnetz gibt (wie in Mitteleuropa üblich). Man sagt uns, etwa 2/3 der Auswanderungsprojekte enden daher mit einer Rückreise ins Herkunftsland.


Braucht jemand dringend ärztliche Versorgung wird diese erst geleistet wenn sicher gestellt ist, dass sie bezahlt wird (oft braucht es einen Vorschuss). Ansonsten lässt man dich selbst im Notfall einfach liegen und im schlimmsten Fall sterben. Kein Witz! Möchte man in Paraguay klagen, weil einem Unrecht widerfahren ist, hat man kaum Chancen sein Recht durchzusetzen. Es ist viel dringender die richtigen und wichtigen Freunde zu haben. Vielleicht sogar Amigos mit einem kräftigen Faustschlag. Das soll helfen, so wird uns gesagt.


Nennt man nur das Schlagwort „Paraíso Verde”, schütteln ganz viele Einheimische den Kopf. Hier geht es um das Projekt eine neue Kolonie, bzw. Stadt zu gründen. Schliesslich ist die Einwandererflut aus Europa so gross, da sollte der Plan von 6‘000 Bewohnern gut zu erreichen sein. Nur was die Grundstückskäufer erst hier erfahren, sie werden knallhart über die Ohren gezogen. Gerissene Immobilienmakler verkaufen für paraguayische Verhältnisse völlig überteuert, was aus deutscher Sicht wie ein Spottpreis aussieht. Möchte man aus dem Kaufvertrag aussteigen oder dagegen klagen hilft evtl. nur noch die Faust.

Ausserdem spannend zu wissen, in Paraguay wird Land per Hektar verkauft (nicht per Quadratmeter). Alles andere wäre Pillepalle.

Wir werden definitiv nicht zu dieser Gruppe gehören

Die Hauptstadt Asunción 


Im September wagen wir uns mehrmals in die Metropole Asunción. Wir haben diverse Erledigungen und Einkäufe zu tätigen, dafür ist die Hauptstadt genau richtig. Der Name der Stadt bedeutet im Spanischen „Himmelfahrt“. Genau gesagt ist damit Mariä Himmelfahrt gemeint, denn ursprünglich lautet der komplette Stadtname „La Muy Noble y Leal Ciudad de Nuestra Señora Santa Maria de la Asunción“.


Im Ballungsraum Asunción leben rund 2 Millionen Menschen. Von Nord- bis Südwesten ist die Stadt vom Río Paraguay umgeben. Das heisst der komplette Verkehr fliesst mehr oder weniger aus dem Osten in die und aus der Stadt. Dementsprechend kann man sich das Chaos vor allem während der Stosszeiten vorstellen. Wir haben festgestellt, nur an Sonn- und Feiertagen ist es möglich einigermassen flüssig durch die Stadt zu kommen.


Uns werden gute Adressen von Augen- und Zahnarzt empfohlen. Beide liegen (wie uns scheint) jeweils in sehr wohlhabenden und bewachten Vierteln der Stadt. An jeder zweiten Ecke stehen private Wachhäuschen, die wie Telefonzellen aussehen. Darin verbirgt sich stets ein bewaffneter Wachmann der die Strasse im Auge behält. Trotz Wächter hat jedes noble Haus einen unüberwindbar hohen Zaun, der zusätzlich noch mit elektrifiziertem Stacheldraht gesichert ist. Wir haben das Gefühl hier sind nicht viele Räuber unterwegs und trauen uns daher jeweils mitten im Barrio direkt vor den Praxen zu übernachten.


Die Ausstattung sowohl beim Zahnarzt, als auch beim Augenarzt ist top und auf allerhöchstem Niveau. Die Odontologin lobt die Arbeit unseres schweizer Zahnarztes und nimmt eine professionelle Zahnreinigung mit Ultraschall vor. Auch der Augenarzt kontrolliert und vermisst unsere Augen mit den neuesten Geräten. Bemerken möchte ich, beide Praxen werden von Mennoniten geführt.


In Asunción gibt es riesige Einkaufs-Zentren in denen Weltmarken ihre Waren anbieten. Sowohl teure Markenkleidung als auch modernste Elektrotechnologien kann man hier erstehen. Diese Luxus-Tempel sind ein wahres Paradies für Shopping-Liebhaber. Uns gefällt es darin zu schlendern und die vielen hochpreisigen Konsumgüter zu betrachten. In einem der vielen Restaurants gönnen wir uns feines Sushi. Wie lange haben wir so was Gutes schon nicht mehr genossen… mmmmh, so lecker!

Wir verlieren unseren Grauwassertank


Bei 80 km/h auf einer Erdstrasse (Ruta Nacional 16) rumpelt es plötzlich laut unter dem Fahrzeug. Ein Platten? Jan tritt auf die Bremse und wir kontrollieren den Indi von aussen. Auweia, der Grauwassertank liegt am Boden. Der vordere Halteriemen hat sich an einer Kante durchgescheuert und ist gerissen. Bei diesem Unfall hatten wir zwei Mal Glück:

  • 1. Der Grauwassertank hat sich beim Mitschleifen nicht im Boden verkantet (kaum vorzustellen was dann passiert wäre)
  • 2. Die Schlauchverbindungen befinden sich nicht vorne am abgestürzten Tank, sondern hinten und sind somit nicht gerissen.


Bei 40 Grad Hitze legt sich Jan unters Auto und repariert provisorisch mit Draht (dem Allerwelts-Flick-Zeug in Argentinien). Ein neues Halteband finden wir in einem Baumarkt. Mit dem sollte der Grauwassertank wieder für 8 Jahre halten.

Die Geselligkeit kommt nicht zu kurz


Auf DEM Overlander-HotSpot in Paraguay sind wir aktuell die einzigen Traveller. Bei Marion & René haben wir uns 2017 schon sehr wohl gefühlt. So ist es für uns klar den beiden (inzwischen schon mehrmals) einen Besuch abzustatten.

Der Campingplatz „Hasta la Pasta“ wimmelt sonst nur so von Overlandern. Aber aufgrund Corona stehen hier nur drei verlassene Reisemobile. Von den Reisenden fehlt jede Spur.

Neben den lieben Besitzern Marion & René gibt es noch zwei Highlights bei Hasta la Pasta. Der Salzwasser-Pool der für Abkühlung bei der grossen Hitze sorgt und die Affen, die sich zuweilen in den hohen Bäumen auf dem Grundstück tummeln.

In zwei Bungalows des „Hasta la Pasta“ haben sich Menschen eingemietet. So lernen wir Barbara & Hansueli kennen, welche jahrelang im Chaco gelebt haben und sich nun im Osten des Landes niederlassen wollen und Marcel, ein Schweizer der ebenfalls dabei ist sich in Paraguay niederzulassen. In der Regel trifft man sich gegen 5 Uhr mit allen Anwesenden zum Feierabend-Bier. Aber auch ein gepflegtes Asado darf zwischendurch nicht fehlen.


Auf dem Camping „Tranquilo“ südlich des Ortes La Colmena gibt es im September etwas zu feiern. Bruno feiert seinen Geburtstag und wie es der Zufall will, feiern Renate & Bruno am selben Tag auch noch ihren Hochzeitstag. Wir überraschen die beiden mit in der Nacht aufgehängten Luftballons und zwei Flaschen Sekt. Zusammen mit der jungen französischen Betreiberfamilie des Campingplatz, zelebrieren wir zu acht einen wunderbaren Tag.

Im Bild rechts die beiden Betreiber des Overlander-Stellplatzes: René und Marion

Das Team Pepamobil: Renate und Bruno

Wir geniessen die Gesellschaft und das gute Essen

Keine Haustürklingel?


Kaum ein Haus auf dem Lande verfügt über den Luxus einer Haustürklingel. Das war so in Argentinien und ist in Paraguay nicht anders. Wie macht man sich also an der Haustüre bemerkbar?

Man klatscht mehrmals laut in die Hände! Als man uns zum allerersten Mal aus dem Indi geklatscht hat, haben wir gar nicht reagiert. Unsere Ohren haben das Klatschen einfach nicht wahrgenommen. Heute wissen wir: Bei lautem Klatschen könnte jemand was von uns wollen. In Südamerika immerhin klappt diese Methode hervorragend. Selbst der Pizza-Lieferdienst begleitet das Essen mit Applaus.

Banda - unsere Hündin


Unser Hund - welche Rasse?

Im September haben wir uns u.a. mit der Frage beschäftigt, aus welchen Rassen könnte unsere Mischlings-Hündin bestehen? Tatsächlich haben wir eine Handy-Applikation entdeckt, die bei der Antwortfindung Tipps gibt. Wenn die App Recht hat, dann steckt in Banda ein Rhodesian Ridgeback und ein Broholmer. Aber auch ein sog. Black Mouth Cur, ein Deutscher Pinscher und ein Ca de Bou könnten die Hunde-Ahnentafel komplettieren.

Bist Du lieber Leser ein Hunde-Kenner? Was denkst Du welche Rassen in unserem Mischling stecken?



Wie geht‘s eigentlich dem Hund?


Bereits Anfang August, als wir noch in Argentinien unterwegs waren, wurden wir auf das Thema Leishmaniose angesprochen. Kennen wir nicht! Was ist das? Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit die durch Sandmücken übertragen wird. Uns werden zum Schutz vor Mücken Tropfen empfohlen, die wir im 2-Wochen-Takt auf Bandas Rücken auftragen sollen. In Paraguay wird uns sogar eine Impfung gegen Leishmaniose empfohlen. Denn hier ist diese Krankheit (auch beim Mensch, aber mehr beim Tier) sehr stark verbreitet. Dafür müssen wir Banda aber erst testen lassen. Denn wenn sie bereits vom Leishmaniose-Parasiten befallen ist, hilft keine Impfung mehr. Dann kann man nur noch die Symptome behandeln. Also gut, ab zum Tierarzt und Banda untersuchen lassen. Das Ergebnis? Leishmaniose negativ. Prima! Aber… Ehrlichiose positiv! Auch diese Krankheit ist uns gänzlich unbekannt. Ehrlichiose wird durch Zecken übertragen und ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Das bestätigt wieder mal „man ist so lange gesund, bis man zum Arzt geht“. Jetzt bekommt unsere Hündin 30 Tage lang ein Antibiotikum (Doxycyclin), Liponsäure für die Leber und Domperidon für die Stärkung des Immunsystems. Ob wir nach der Ehrlichiose-Behandlung noch die aufwändige Impfung gegen Leishmaniose machen lassen (3 Injektionen im Abstand von je 3 Wochen), wissen wir noch nicht. Denn inzwischen hat man uns gesagt, wird der Hund einmal gegen Leishmaniose geimpft, wird er fortan positiv getestet. Das könnte bei Grenzübertritten wiederum zu Komplikationen führen... also, was tun? Erstmal erachten wir es als wichtig, dass unser Hund Ende Oktober seine Tollwut-Auffrischung bekommt. Und dann? Sehen wir weiter…






Je nach Bildaufnahme des Hundes hat es eine unterschiedliche Rassezuteilung

Wenn wir schon von Hunde-Krankheiten sprechen…


Nicht nur der Hund, sondern auch der Mensch braucht ab und zu eine Anti-Parasiten-Kur. Für viele Bewohner Paraguays ist es selbstverständlich diese in regelmässigem Abstand vorzunehmen. Auch wir werden uns, wenn wir Paraguay verlassen, vorsichtshalber einer Parasiten-Kur unterziehen. Schliesslich möchten wir Haustierchen wie Darmparasiten oder Würmer nicht mit uns herumschleppen.




mbo

Plan 

Oktober 2021

Nachdem unser Indi wieder in Ordnung gebracht ist, werden wir Paraguay verlassen. 

Wohin? Wenn es die Umstände zulassen nach Bolivien.

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