März 2021

¡Adiós! Neuquén - 

¡Hola! Orcas

Mit einer „Ehrenrunde“ um den Vulkan Domuyo verabschieden wir uns von der Provinz Neuquén. Wir folgen dem Ruf der Orcas und fahren an den Atlantik.

Gefahrene Strecke: 1´939 Km

Zeitzone: MESZ -5 Std.

Route:

Provinz Neuquén: Lagunas Epulafquen Superior u. Inferior - Varvarco - RP 43 - Los Bolillos (Felsformationen) - Los Tachos (Geysire) - Complejo Turístico Domuyo (Thermen) - Lagunas Varvarco Tapia u. Campos - RP 53 - Barrancas - Reserva Provincial El Tromen - Chos Malal - Neuquén

Provinz Río Negro: Cipolletti - Las Grutas

Provinz Chubut: Puerto Madryn - Punta Ninfas

Einmal Vulkan Domuyo und zurück


Bereits Ende Februar, als wir von Süden her zum allerersten Mal das mächtige Massiv des schneebedeckten Vulkans Domuyo erblicken, kam uns die Idee diesen Berg (in der nördlichsten Ecke der Provinz Neuquén) zu umrunden. Der 4’702 Meter hohe Domuyo ist übrigens der höchste Berg Patagoniens und wird daher auch das „Dach Patagoniens“ genannt.

Im Dorf Las Ovejas informieren wir uns über die Route und die Strassenverhältnisse. Nordwärts bis zu den Lagunen Varvarco sei die Strasse (RP 43) kein Problem. Dann aber ost- und südwärts nach Barrancas weiter zu fahren (RP 53), sei ein Risiko, denn diese Route sei extrem schlecht und kann teilweise durch Gewitter verschüttet sein. Kann... das ist die Herausforderung, ein Wort das es für uns zu widerlegen gilt. In jedem Fall füllen wir in Las Ovejas unsere Lebensmittel-Vorräte auf, damit sie für mehrere Tage reichen. Bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit sind es zwar nur 260 Kilometer, aber wenn die Strassenzustände tatsächlich so schlecht sind, dann werden wir nur sehr langsam voran kommen. Ausserdem erwarten wir entlang der Strecke eine wunderschöne Landschaft und da wollen wir ja nicht einfach durchrasen, sondern auch verweilen.


Nebst einer tiefen Schlucht und bizarren Gesteinsformationen erwarten uns vulkanisch aktive Sehenswürdigkeiten. So besuchen wir Geysire, die siedend heißes Wasser spucken und baden in Tümpeln, die mit warmem Thermalwasser gefüllt sind. Wir entdecken Flamingos, welche in kleinen Teichen nach Futter stochern und bewundern kreisende Kondore die in den Aufwinden stundenlang auch nur ohne einen einzigen Flügelschlag dahin schweben. Nicht nur die Sonne begleitet uns bei dieser Tour, auch erleben wir ein schlimmes Gewitter mit Blitz, Donner und Hagelschlag.


Tief in die Erde gräbt sich der Río Neuquén

Der von rechts kommende Río Varvarco - getrübt durch Schlamm vom Vulkan Domuyo - trifft auf das klare Wasser des Río Neuquén 

Felsformationen „Los Bolillos“

Eigenartige Hüte tragen die Felsspitzen

Spazieren zwischen den Felsformationen macht echt Spass.

Unser Kino während des Nachtessens: Sonnenuntergang, sowie Blitz und Donner gleichzeitig.

Geysir „Los Tachos“

Die Geysire spritzen einen Meter hoch, das Wasser ist sehr heiss.

Thermalwasser irgendwo entlang der Strasse - endlich wieder einmal ein warmes Bad.

Die Einheimischen haben das Wasser gefasst und leiten es in Becken ein - echt super.

Ein heisser Bach - auch Aguas Calientes genannt - bringt das Thermalwasser das Tal hinunter.

Baden verboten ! 

An den richtigen Stellen ist das Wasser angenehm warm und so finden wir unsere ganz persönlichen Tümpel zum baden - auch unsere Banda.

Eine Familie benutzt den Wasserfall als Dusche - herrlich.

Bei den Lagunas Varvarco fragen wir die Herrschaften der Guardafauna nochmal nach der Machbarkeit der Route 53 nach Barrancas. Auch sie raten uns eher davon ab diese unbefestigte Strasse zu nehmen. Aber Jan und ich wollen ja Abenteuer erleben und darum machen wir uns dennoch auf den Weg. Die Personen der Guardafauna bitten uns vorsichtshalber um eine WhatsApp-Nachricht wenn wir in Barrancas ankommen. Sie möchten sicher stellen, dass uns auf der Strecke nichts passiert ist. „Das werden wir machen“ versprechen wir und rollen los. Auf dieser Strecke ist alles dabei: steile Hänge, Flussdurchquerungen, grobes Geröll, tiefe Furchen, sumpfiges Grünland, enge Passagen aufgrund Felssturz, weicher Sand, rutschiger Kies, enge Serpentinen, ... kurzum, alles was dem Abenteurer gefällt. Die unberührte und malerische Berglandschaft die es rundum zu bewundern gibt, macht diese Route zu einem echten Geheimtipp für Overlander. Letztendlich sind wir 8 Tage rund um den Vulkan Domuyo unterwegs und wir können am Ende wieder mal sagen „geht nicht, gibt‘s nicht“!

Los gehts zur letzten Etappe - es sind immer noch 155 Km bis zum nächsten Dorf. Und gleich die erste Frage: „Hält die Brücke?“ Wir sind Schisshasen - die Argentinier lachen uns bei dieser Frage aus.

Es geht in einem grünen Tal bergwärts - bereits hier verlangt der Weg mit seinen Bachfurten ein sehr langsames Vorankommen

Dann schlängelt sich der Weg immer steiler den Hang hinauf.

Die Steine sind sehr spitz und lose - so heisst es viel Luft aus den Reifen ablassen.

Der Aufstieg ist beinah geschafft - der Pass bereits in Sichtweite.

Oben angekommen - traumhafte Sicht auf Berge und Landschaft. Der Aufstieg hat sich gelohnt! 

Auf der anderen Seite: sieht zwar harmlos aus, aber wehe… die Erde ist noch mit Wasser durchtränkt und das ergibt eine richtig matschige, rutschige und zähe Masse… stecken bleiben passiert hier schnell.

Momente zum geniessen …

Immer weiter runter geht es - der Talboden ist in Sichtweite.

 Kurz vor dem Talboden die nächste Frage: „Hält der Hang?“ Naja, wir sind ja nicht das erste Fahrzeug das den Weg passiert.

Das Tal auf der anderen Seite - der Fluss hat es hier nicht eilig.

Es wird immer grüner …

Nach rund 50 Km Schleichfahrt über den Pass tauchen wieder die ersten Zeichen von Zivilisation auf - Tierhaltung. 

Es dauert noch viele Kilometer bis der erste grössere Ort erreicht ist. Immer wieder sind Schluchten zu durchqueren: erst ein paar 100 Höhenmeter runter, dann auf der anderen Seite wieder rauf…

Was man sonst noch so unterwegs sieht:

Eine Kapelle - aber kein Dorf weit und breit.

Ein Gaucho bei der Arbeit - im Einklang mit den Tieren, der Natur und der Einsamkeit.

So viele Kondore auf Einmal haben wir selten gesehen.  

Dann entdecken wir sogar ein Kondor-Nest: in der Bildmitte, im Felsen - leider nur ganz klein zu sehen.

Schwarzhals-Schwäne

Und wieder ein Traum-Plätzchen… wenn nur der Wind nicht wäre.

Unser Übernachtungsplatz an der Laguna Varvarco Campos.

Grillen wegen Wind eher schwierig - aber es klappt trotzdem.

Es gibt auch mal Tage ohne Wind - dann ist das Wasser der Lagunen nicht dunkel-blau, sondern durchzogen vom Spiegelbild der Berge.

Reserva Provincial „El Tromen“


Der 4’114 Meter hohe Vulkan Tromen ist ein Stratovulkan, oder auch Schichtvulkan. Das typische Merkmal eines Solchen ist die meist sehr steile, spitzkegelige Form. Zu Füssen des Vulkans liegt die Laguna Tromen, in der sich normalerweise haufenweise Flamingos tümmeln. Normalerweise... aber zur Zeit ist die Laguna staubtrocken und deshalb gibt es auch keine Flamingos. Im Gegenteil, als wir in den Park kommen können wir weder Menschen noch Tiere entdecken. Es stürmt wie verrückt und die feine Erde der Lagune wird wild aufgewirbelt. Ein regelrechter Sandsturm fegt um den Vulkan. Kein Wunder ist die Informationsstelle der Parkleitung geschlossen und niemand da. Wir überlegen hier zu übernachten, aber der Indi schaukelt trotz Windschutz wie eine Schiffschaukel. Dies lässt einen äusserst unruhigen Aufenthalt vermuten. So entscheiden wir uns schweren Herzens den Park am selben Tag noch zu verlassen und die nächste Stadt Chos Malal anzusteuern.

Wir schnuppern Großstadtluft


Die Städte Neuquén und Cipolletti werden nur durch den Fluss Neuquén getrennt. Dieser verbindet sich im weiteren Verlauf mit dem Río Limay, um dann als Río Negro ostwärts zum Atlantik zu fließen. Der Río Negro gilt als die nördliche Grenze der Region Patagonien.

Aber zurück zu den Städten. Während die Stadt Neuquén noch zur gleichnamigen Provinz gehört, befindet man sich am anderen Flussufer, also in Cipolletti, bereits in der Provinz Río Negro. Während des Corona-Lockdown, als sämtliche Provinzgrenzen Argentiniens geschlossen wurden, war das für manche Leute ein echtes Problem. So z.B. für unseren Automechaniker Fabian und seine Frau Canela. Die beiden leben mit ihrem kleinen Sohn Ciro in Cipolletti, ihre Werkstatt befindet sich allerdings im benachbarten Neuquén. Entweder konnten die Leute monatelang nicht mehr nach Hause oder nicht mehr zur Arbeit. Zwischenzeitlich haben sich aber die Restriktionen gelockert, so dass die 3 Brücken, die die beiden Städte miteinander verbinden, wieder für jedermann passierbar sind. Ausser es streiken gerade die Krankenpfleger/innen für höhere Löhne und blockieren die Brücken für ganze 3 Tage (so geschehen, als wir in Cipolletti beim WoMo-Ausbauer waren).


Elio Sagripanti, ein pensionierter Wohnmobil- und Wohnwagenbauer, leitete Jahrzehnte lang sehr erfolgreich seinen eigenen Betrieb. Jetzt hat er seine Firma komplett geschlossen und die Werkshallen vermietet. Nach wie vor hat er aber immer noch grosse Freude am Ausbau von Reisemobilen und deshalb steht bei ihm Zuhause in seiner überdimensionalen Garage sein zukünftiges Daheim auf Rädern. Er möchte seinen wohlverdienten Ruhestand mit seiner lieben Frau Adela geniessen und dafür baut er sich eine gut durchdachte Wohnkabine auf einem neuen Mercedes Sprinter. Mit Adela, Elio und deren Sohn Cesar verbringen wir gemeinsam sehr lustige Stunden. Gleich am ersten Abend unseres Kennenlernens organisieren Jan und ich (mit Unterstützung von Adela) ein leckeres Käsefondue. Zu fünft verdrücken wir ca. 1,5 Kilogramm Käse, etliche Stangen Weissbrot und gestückelte Ananas. Ausserdem konnten wir nach längerer Suche in einer Weinhandlung argentinischen Riesling finden. Hätten wir noch einen Kirschbrand gehabt, wäre das Essen perfekt gewesen. Adela revanchiert sich im Gegenzug am Folgeabend mit selbstgemachter feinster Pasta (Tallarines aus 1 kg Mehl und 10 Eiern !!!) und einen Tag später mit hausgemachter Pizza (man merkt, dass ein italienischer Einschlag in der Familie Sagripanti vorhanden ist).


Adela mit unserer Banda

Bei Elio in der Garage lassen wir folgende Sachen reparieren, bzw. anfertigen:

  • Silikon-Versiegelung aussen an Fenstern und Verbreiterung
  • Feststellmechanismus für offen bleibende Kofferraumtür
  • Befestigung für Schaufel an der Reserveradhalterung
  • neue Dichtung für unsere „Belén-Box“








In der Werkstatt von Elio - gut geschützt vor Wind, Staub und Regen

Die mühsamste Arbeit - die alte Masse der Versiegelung an den Fensterrahmen abzuschaben. 2 Tage brauchen wir dafür.

Elio ist mit seinen 75 Jahren noch top fit!

Ich mach mich an unserer Belén-Box zu schaffen - die Dichtung ist defekt.

Lange Diskussion zu unserem Wunsch, die Schaufel Aussen anzubringen

So hat unsere Schaufel einen praktischen Platz gefunden.

Bei Fabian  und Candela Baeza in der Auto-Werkstatt „BWF Performance“ lassen wir 

folgende Sachen machen:

  • Spur einstellen
  • Spurstange austauschen
  • Hinterreifen von links nach rechts und umgekehrt wechseln
  • Neue Felge montieren (bereits die dritte, die gerissen ist)
  • Ölwechsel
  • Öl- und Luftfilter wechseln


Leider traut sich keiner der anwesenden und hinzugerufenen Mechaniker ans Differentialgetriebe vorne, das uns bei eingeschaltetem Allrad wegen eines stets lauten Klopfens grosse Sorgen bereitet.



Wir versuchen den Radsturz und die Radspur einzustellen - leider sind diese seit dem Wechsel der Stossdämpfer bei Mercedes Kaufmann in Chile komplett verstellt

Auch mit der Familie Baeza verbringen wir einen sehr geselligen Abend. Sie laden uns und ihre Nachbarn zum gemeinsamen Asado ein und dazu trinkt der gemeine Argentinier nicht Wein, sondern Bier!

Während unseres Stadtaufenthalts in Neuquén übernachten wir einige Male auf der Isla 132, welche nicht nur für ihre herrliche Promenade entlang des Río Limay beliebt ist, sondern auch für den Biergarten-ähnlichen Platz mit den vielen Food- und Bier- Trucks. Die vielen verschiedenen Biere die hier angeboten werden stammen von diversen Mikro-Brauereien. Wir sind echt überrascht welch leckere Biere die Argentinier brauen können. So ist es kein Wunder, dass an den aktuell lauen Spätsommerabenden in dem „Biergarten“ so richtig was los ist und zwar nicht nur am Wochenende.














Wenn man schon mal in einer „Großstadt“ ist, dann sollte man auch shoppen gehen. In einem grossen Einkaufszentrum bummeln wir durch die Läden und in Cipolletti kennen wir das Stadtzentrum jetzt in- und auswendig. Jan braucht unbedingt neue Kleider, damit die alten ausgewaschenen und teilweise kaputten Klamotten endlich aussortiert werden können.


Auch unser Hund Banda bekommt etwas „Neues“ in der Stadt Neuquén: Sie wird von einer sympathischen Tierärztin gechipt. Das heisst, Banda hat am Hals unter der Haut nun einen Chip mit einer Identifikationsnummer die bezeugt, dass dieser Hund ganz offiziell Jan und mir gehört. Dies ist nötig, da manche Länder bei Einreisen mit Hund diesen Chip verlangen.


So vergeht mal schnell eine ganze Woche, eh wir den Städten Neuquén und Cipolletti den Rücken kehren und Richtung Atlantik aufbrechen. Während dieser Tage durften wir sehr hilfsbereite und liebe Menschen kennenlernen und lieb gewinnen. Wir werden diesen Aufenthalt in bester Erinnerung behalten.

Wir wollen Orcas sehen !!!


Eigentlich wollten wir im März noch den Süden der Provinz Mendoza bereisen, aber dafür haben wir keine Zeit mehr. Jan und ich entschliessen uns für den großen Sprung zum Atlantik um Killerwale zu beobachten. Man sagt uns, die Zeit von Mitte März bis Anfang April sei die beste für dieses Vorhaben. So kommen wir nach 2 Tagen Fahrt am Abend des 21. März an unserem einsamen und abgelegenen Ziel in Punta Ninfas an. Punta Ninfas liegt an der Spitze einer Landzunge, welche rundum ca. 60 Meter steil zur Küste abfällt. 










Eine wahnsinnige Aussicht - aber dem Wind und Wetter ausgesetzt. 11 Tage lang.

Der Weg nach Punta Ninfas. 2,5 bis 3,5 Stunden, je nach Zustand der Strasse, meistens geradeaus. Dabei muss man gut aufpassen, dass man plötzlich auftretende Schlaglöcher, riesige Pfützen oder eine Verengung der Strasse aufgrund eines Zauns nicht übersieht.

Uns unbekannt, wieviele Kilometer sich diese Steilküste am Atlantik entlang zieht - wir schätzen über tausend Kilometer.

Am Ufer tummeln sich 2 Kolonien von Robben. Die eine besteht aus etwa 15 Tieren, bei der anderen zählen wir um die 80. Diese Robben sind das potentielle Futter für die Schwertwale, denn zu dieser Jahreszeit gehen die jungen Robben zum ersten Mal ins Wasser und lernen Schwimmen. Wir wissen, dass die Orcas meist bei Flut kommen um sich ihrer Beute zu nähern. Manchmal könne man sogar beobachten, wie sich die Wale absichtlich stranden lassen, damit sie auch an die Tiere am vermeintlich sicheren Land rankommen. Wenn wir das erleben könnten, das wäre natürlich schon ein riesengroßes Glück, aber wir wissen auch es ist gar nicht sicher, ob wir überhaupt Wale entdecken werden. 

Die grosse Kolonie: ungefähr 80 Tiere waren bei unserer Ankunft zu zählen.

Eine kleine Gruppe von Robben - immer faul auf der Haut liegend :-)

 

 

Unser Beobachtungs-Punkt. Gegenüber ist die Halbinsel Valdés zu sehen.

Wir sind ca. 50 Meter über dem Strand und können die grosse Robben-Kolonie bestens beobachten.

Wir müssen also Geduld haben und warten, warten, warten... ganze 7 Tage warten und beobachten wir das Meer, bis wir am Palmsonntagmorgen endlich einen Orca sichten, der ganz nahe an die Robben heran schwimmt. Wow, was für ein Erlebnis. Wir sind ganz aufgeregt. Mehrmals versucht das riesige Tier eine Robbe zu erbeuten, aber er hat kein Glück. Anscheinend ist der Einsame ein junges Männchen das Hunger hat. Üblicherweise jagen Orcas im Verbund von mehreren, um der Beute erst den Weg abzuschneiden und dann zu fangen. Am Dienstag haben wir erneut Glück und können eine Gruppe von vier Killerwalen beobachten. Da zur Wochenmitte ein Wetterumschwung erwartet wird mit Kälte, Wind und Regen, entschließen wir uns nach einem letzten whale watching am Mittwochmittag abzureisen. Der Mittwoch wird dann noch unser Glückstag. Kaum treten wir am Morgen aus dem Indi, schwimmen bereits die ersten zwei Schwertwale (quasi vor unserer Haustüre) vorbei. Eine Stunde später sehen wir von unserem Aussichtspunkt eine Gruppe von sogar 5 Orcas! Der Wahnsinn!!! Wir können‘s gar nicht fassen. Bei abnehmender Flut gehen wir zurück zum Indi und machen Frühstück. Uns ist beiden aufgefallen, dass die große Robbenkolonie gar nicht mehr so groß ist und nicht mal mehr aus 40 Tieren besteht. Ob die verschwundenen Robben wohl von Orcas gefressen wurden? Während wir unsere Vermutungen diskutieren und aus dem Fenster blicken, trauen wir unseren Augen nicht: Zwei weitere Killerwale tummeln sich vor uns im Meer. Was für ein Tag. Nie hätten wir damit gerechnet so häufig und so viele Orcas zu sehen. Als wir am Mittag Punta Ninfas in Richtung Puerto Madryn verlassen, sind wir überglücklich.

Das ist er, der Killerwal - wie der weisse Hai kommt er uns vor. Es ist wahrscheinlich ein einsames Orca-Männchen.  

Die typische weisse Musterung eines Orcas. Orcas werden zu den Delphinen gezählt.

Die Robben rücken zusammen - wir wissen nicht, ob aus Angst oder als Schutzmechanismus.

Orcas können sich von der Flut an den Strand tragen lassen, um sich eine dort liegende Robbe zu schnappen. 

Die Taktik des absichtlichen Strandens wird aber nur von wenigen Orcas angewandt (meist von Weibchen) - einmal falsch angewendet kann dies den Tod eines Wals bedeuten.

Die Orcas sind meist in Gruppen von 2 - 5 Tieren unterwegs - hier zwei Erwachsene mit einem Kleinen.

Schon mal Erfahrung mit „blackflies“ gemacht?


Wir hoffen nicht, denn diese kleinen Mini-Mücken sind extrem lästig. Der deutsche Name dieser Insektenart ist allerdings „Kriebelmücken“. Weltweit sind 2‘000 Arten davon bekannt, 50 nur schon in Deutschland. Manche dieser 2-6 Millimeter kleinen „Gnitzen“ sind gar nicht schlimm und stören Niemanden, aber andere Arten reissen mit ihren Mundwerkzeugen kleine Wunden in die Haut um dann mit ihren Saugrüsseln das frische Blut aufzusaugen. Das Gemeine ist, während die blackflies sich auf der Haut zu schaffen machen, merkt man sie nicht mal. Erst wenn sie sich vollgefuttert wieder aus dem Staub gemacht haben, fängt es an fürchterlich zu jucken... und zwar tagelang! Ein Moskito- oder Bremsenstich ist ein Sch...dreck dagegen.

Dieses Thema greifen wir auf, weil wir jetzt im Sommer an für uns vermeintlich schönen Schlafplätzen immer wieder von diesen Kriebelmücken attackiert und in die Flucht geschlagen worden sind. So schlimm sind die!

Wenn Dich diese „blackflies“ näher interessieren, dann findest Du auf Wikipedia eine ausführliche Erklärung zu diesen Biestern: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kriebelmücken

Wir machen Joghurt


In Argentinien ist es beinah unmöglich ungesüßten Naturjoghurt in grösserer Menge zu finden. Da bei uns ein normaler Becher nicht lange reicht, kaufen wir Joghurt stets im Liter-Pack und da sind wir leider genötigt, gesüssten Joghurt mit Erdbeer-, Vanille- oder Pfirsichgeschmack zu kaufen. Das soll sich in Zukunft aber ändern. Denn von anderen Reisenden haben wir gehört, dass sie ihren Naturjoghurt auf einfachste Art und Weise selber herstellen. Das wollen wir unbedingt ausprobieren und starten die erste Testphase. Wir füllen H-Milch in ausgekochte Marmeladegläser, rühren ein kleines Löffelchen (wertvollen weil seltenen) Naturjoghurt rein und stellen die Gläser ins 30-35 Grad warme Wasserbad. Dann heisst es nur noch warten bis die Milch dick, bzw. sauer wird. Beim ersten und zweiten Mal dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis sich die Milch verändert, aber nach 12 Stunden ist der Joghurt dann doch fertig und der Geschmackstest überzeugt uns absolut. Für unseren dritten Versuch holen wir uns aber nochmal professionelle Hilfe, es kann ja nicht sein, dass Joghurt machen so lange dauert. Die Hilfe sagt klar 30-35 Grad ist zu wenig, wir müssten das Wasserbad schon auf 45 Grad erhitzen. Gesagt, getan! Und prompt, der Joghurt ist nach 4 Stunden fertig und schmeckt sehr, sehr lecker.

Danke an Renate & Bruno (www.Pepamobil.ch) und Ulrike & Harald uns in diesem Vorhaben zu bestärken.

Unser Held des Monats



Der liebenswerte und sympathische Elio  Sagripanti hilft uns uneigennützig rund um Fragen zum Wohnmobil. Er ist sehr hilfsbereit, erklärt uns viele handwerkliche Kniffe und wo wir anstehen, legt er selbst Hand an.  Seine Werkstatt ist gefüllt mit allerlei Materialien, welche wir lange in Argentinien hätten suchen müssen; zudem stehen uns all seine Maschinen zur Verfügung.


Er will zukünftig auch anderen Reisenden bei Fragen zum Wohnmobilausbau helfen und so durften wir ihn im Verzeichnis der gängigen App „iOverlander“ eintragen. 


Sein Wunsch ist zusammen mit seiner Frau Adela eines Tages Europa im Womo bereisen zu können und falls er Hilfe braucht, diese von anderen Reisenden im gleichen Sinne erhalten zu dürfen. Wir hoffen sehr, dass er diese Grosszügigkeit im selben Umfang  erfahren darf.

mbo

Plan 

April 2021

Die Landesgrenzen Argentiniens sind aufgrund Corona immer noch und bis auf weiteres geschlossen. Wir werden entlang der Atlantikküste langsam nordwärts fahren und kurzfristig entscheiden welches Ziel wir innerhalb Argentiniens als nächstes ansteuern.


=> Das war unser Plan bis zum 31.3., aber es kommt ganz anders...

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