Januar 2018 - vom südlichsten Punkt wieder nordwärts:
Ushuaia/ARG zum südlichen Teil der Carretera Austral/CHILE

Reisebericht Januar 2018

Wo füllt man im einsamen Patagonien eine leere Gasflasche auf? Wie bekommt man fernab jeglicher städtischen Zivilisation eine neue Starterbatterie? Gibt es einen Nationalpark in dem während der Hochsaison keine Touristen zu finden sind? Ist die Carretera Austral überhaupt noch eine Reise wert? Diese Fragen werden uns im Januar beantwortet auf der Fahrt von polaren Gewässern über den Atlantik zum Pazifik.




Gefahrene Distanz: 3'359 Km




Reiseroute:

Argentinien: Río Gallegos - El Chaltén - Parque Nacional Perito Moreno - Lago Posadas - Paso Roballos

Chile: Cochrane - Villa O’Higgins - Caleta Tortel - Cochrane - Valle Exploradores - Coyhaique - Puerto Aysén - Puerto Cisnes - Futaleufú

Link zu Google Maps







Unser Start in das neue Jahr 2018…


… steht unter einem guten Stern. Oder soll ich lieber sagen unter einem guten Mond? Nämlich dem Supermond. Wir dürfen miterleben wie der extrem erdnahe und deshalb sehr grosse Erdtrabant Abends aus dem Atlantik empor steigt und sein Licht wie ein riesengrosser Scheinwerfer über das Wasser strahlen lässt.


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Ausserdem haben wir ein zweites Highlight zum Start ins neue Jahr. Am 5. Januar haben Jan und ich unseren 3. Hochzeitstag und da wir hier in Südamerika 4 Stunden hinterher sind, gehen wir bereits am Abend des 4. Januar pünktlich um 20 Uhr (sprich um 0:00 Uhr MEZ) zum Feiern. Wir wollen heute mal auswärts essen und gönnen uns in einem guten Grill-Restaurant ein leckeres Menü. Nach dem Aperitif und einer Platte mit feinen Meeresfrüchten, wird zum Rotwein das Cordero (Lamm) aufgetragen. Am Feuer gebratenes Lamm ist das Gericht, das in Patagonien wahrscheinlich auf jeder Speisekarte eines besseren Lokals zu finden ist. Für Touristen mit Geniesser-Gaumen ist es ein Muss dieses zarte Fleisch zu kosten. Wirklich überaus lecker!

24 Stunden später und 450 Kilometer weiter erhalten wir bereits die nächste Einladung zu einem leckeren Cordero in Patagonien. Aber dazu komme ich später.







Der einsame Süden Patagoniens


Was verstehst Du unter Einsamkeit? Je nachdem wem ich diese Frage in welcher Situation stelle, wird die Antwort darauf sehr individuell ausfallen. Die Einsamkeit von der ich hier erzählen möchte, ist eine weltliche. Ich spreche von Distanzen durch unbesiedelte Landschaften, die wir in Zentral-Europa so nicht kennen.

Was ist in der Pampa zu finden: das „Nichts"

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Vom südlichen Ushuaia in die nächste Stadt, nämlich Río Grande, sind es gut 200 Kilometer. Um von dort nach Río Gallegos zu gelangen, muss man weitere 375 Kilometer hinter sich bringen. Von der Stadt Río Gallegos am Atlantik, in das Touristen-Dorf El Chaltén an den Anden, sind es weitere 450 Kilometer. Und dazwischen? Nichts! Wenn man Glück hat eine Tankstelle oder mal ein Abzweiger zu einer Estancia oder zu einem entfernten Dorf. So fahren wir mehr als 1’000 Kilometer durch Niemandsland eh wir unser nächstes Ziel erreichen, den Nationalpark Los Glaciares. Wenn man sich auf der Karte diese Distanz anschaut denkt man, das ist ja alles am gleichen Ort, nämlich ganz im Süden Südamerikas. Aber genau so gut, könnte man auf der A7 von Füssen nach Flensburg fahren und dazwischen gäbe es nur die Städte Ulm und Kassel oder so.

Auch Tankstellen sind einsam -
nicht selten stehen diese 200 Km voneinander entfernt

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Nun gut lieber Leser, ich glaube Du hast jetzt verstanden von welcher Art Einsamkeit ich hier schreibe. Und jetzt stell Dir vor Du bist auf dieser Strecke unterwegs und Dir geht genau jetzt das Gas zum Kochen aus. Uns so passiert. In Ushuaia wäre unsere letzte Möglichkeit gewesen die Gasflasche nachzufüllen. In Río Grande schickt man uns weiter, weil sie dort keinen passenden Adapter für unsere US-Propan-Flasche haben. In Río Gallegos hätte es eine Nachfüllstation gegeben, aber der LKW, der die Auffüllungen macht, kommt erst in 3 Tagen wieder. In El Chaltén wird uns erklärt, sie bekommen das Gas aus dem 450 Kilometer entfernten Río Gallegos. Tja dann wird das mit dem „Gas tanken“ in Argentinien für uns Nichts mehr. Also bleiben wir bis auf weiteres auf unserer halbleeren Ersatz-Flasche sitzen und fangen an mächtig Propan zu sparen. Wie man das macht? Abends bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald… neee, war nur Spass. Wir sparen Gas, indem wir nur noch auf dem Lagerfeuer kochen. Wir backen jede Menge Brot und Pizza, ausserdem werfen wir Folien-Kartoffel ins Feuer und es gibt viel Bratwurst, Bratwurst, Bratwurst. Jeder Tag, an dem das Propan noch für den Morgen-Kaffee reicht, ist ein guter Tag. Und das geht tatsächlich lange. Erst am 28. Januar (also 25 Tage später) bekommen wir in Puerto Aysén (das ist dann schon in Chile) die Möglichkeit unsere beiden leeren Gas-Flaschen zu füllen. Und was soll ich sagen, bis dahin hatten wir tatsächlich jeden Morgen frisch aufgebrühten Kaffee aus unserem italienischen Kaffee-Bereiter. Was für ein Segen…

Ich staune immer wieder, wie schlecht die
Einheimischen auf Notfälle vorbereitet sind.

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Auf einer dieser einsamen Holper-Strecken durch die argentinische Pampa lernen wir eine Familie kennen, welche sich nach einem Wochenendausflug auf dem Weg nach Hause einen Platten eingefahren hat. Die Familie wartet schon seit 4 Stunden auf Hilfe und wir sind anscheinend das erste Fahrzeug, das helfen kann. Die Familie, welche dem Volk der Mapuche angehört, lebt im entfernten Puerto Santa Cruz. Das heisst, sie haben noch etwa 300 Kilometer Fahrt bis nach Hause vor sich. Kein Wunder sind sie überglücklich, als Jan ihnen den Reifen wechselt. 


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Zur Belohnung spielt das Familienoberhaupt für uns ein paar Töne auf seinem Horn und holt die Mapuche-Flagge aus dem Kofferraum. Wir schiessen zum Abschluss noch ein paar Erinnerungsfotos und rollen dann weiter in Richtung Norden.




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Ebenfalls auf diesen einsamen Strassen begenen wir zwei Rentnern aus Bayern mit eigentümlichen Fahrzeugen - kaum zu glauben dass das Reisen damit auch funktioniert. Und darin leben tun diese zwei Unikate auch noch … 







Viele Menschen, eine tolle Wanderung und
eine kaputte Starter-Batterie in El Chaltén, Argentinien


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Ein typisches „Stell-Dich-Ein“: die Autos und daneben das gemütliche Zusammensein mit Austausch von Informationen
und den wildesten Geschichten. Übrigens, die Schweiz scheint wirklich leer zu sein:
auf diesem Platz in El Chaltén stehen 5 Autos aus der Schweiz - ein sechstes ist bereits weitergefahren.


Das Fitz-Roy-Massiv empfängt uns wiederum mit einer traumhaften
Berglandschaft und vielen Begegnungen mit Fauna und Flora.

Im Vergleich zum November letzten Jahres, als wir zum ersten Mal in El Chaltén waren, ist jetzt die Hölle los. Waren damals noch zur Vorsaison viele Geschäfte und Restaurants geschlossen, ist heute zur Hauptsaison alles offen und die Touristen überfüllen jeden Laden und jedes Lokal. Auch wir sind hier, weil wir andere Menschen treffen wollen. Nämlich Iolanda und Kurt aus der Schweiz. Bereits vor dem Start ihrer Weltreise haben sie uns auf unserer Homepage verfolgt und nach Tipps für ihre Reise gefragt. Endlich kennengelernt haben wir sie dann persönlich beim Whale watching in Puerto Madryn und jetzt, gut 3 Monate später, wollen wir sie in El Chaltén erneut treffen. Und es klappt tatsächlich mit dem Wiedersehen. Die Freude ist gross und die beiden laden uns spontan zum Essen in ein sehr gutes Lokal ein. Was es zu essen gibt? Lieber Leser, drei Mal darfst Du raten: am Feuer gebratenes Cordero natürlich. Und es war mega lecker. Auf diesem Wege nochmal ein herzliches Dankeschön an Iolanda und Kurt für den geselligen Abend mit dem feinen Essen (mehr Infos zu Iolanda und Kurt gibt es auf www.suitaontour.com).


Und wieder grüsst der Kondor …                                     … und wer hat die beste Kamera? Klar, Kurt in der Mitte,
                                                                   er hat die gleiche wie wir :-)











Aber natürlich sind wir nicht nur zum Essen und Menschen treffen nach El Chaltén gekommen. Bereits im November hat uns die Landschaft hier so gut gefallen, dass wir damals schon beschlossen haben ein zweites Mal hier her zu kommen, um die ein oder andere Wanderung zu unternehmen. So nehmen wir uns diesmal den Aussichtspunkt auf dem „Lomo del Pliegue Tumbado“ vor. 

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Bereits beim Aufstieg läuft uns völlig unerwartet eine Wildkatze über den Weg. Wir sind beide sowas von baff endlich mal eine Wildkatze in freier Natur zu sehen, davon haben wir schon lange geträumt. Nur haben wir definitiv keine Ahnung, was das für ein Vieh war. Ein Puma ganz bestimmt nicht, dafür war die Wildkatze zu klein. Wir müssen später unbedingt die Ranger im Info-Zentrum fragen, was wir da für ein Tier gesehen haben. Aber jetzt geht es erstmal weiter dem Gipfel entgegen. Schliesslich müssen wir dafür 1’120 Höhenmeter überwinden.


Nein - nicht wir haben das Tier geschossen; ein Ausstellungsobjekt in der Ranger-Station


Marita beim letzten Aufstieg -
so richtig steil ging es aufwärts, total über 1’100 Meter.

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Umso näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr Windböen wehen über unsere Köpfe hinweg. Jan ist bereits 50 Meter höher, als ich ein lautes Pfeifen, Rauschen und Knallen höre. Als ich zu Jan rauf schaue, traue ich meinen Augen nicht. Er sitzt zusammengekauert inmitten einer tosenden Windhose, welche lockeres Gestein und Kies um ihn herum aufwirbelt und wild umeinander wirft. Beim Anblick bekomme ich es mit der Angst zu tun. Was wenn ein Stein an Jans Kopf knallt? Weitere 50 Meter weiter oben beobachten andere Wanderer das Geschehen und drücken Jan die Daumen, dass er da heil wieder raus kommt. So schnell wie dieser kleine Tornado gekommen ist, ist er wieder verschwunden. Und Gott sei Dank, Jan steht unbeschadet aus seiner schützenden Position auf und zeigt mir den gehobenen Daumen. Alles in Ordnung. Mann, was haben wir für einen Schutzengel dabei. Der ist aber auch auf Alles gefasst.

Nun steht unserem letzten Aufstieg nichts mehr im Wege. Ganz oben haben wir ein herrliches Panorama mit dem Bergmassiv des Fitz Roy vor uns. Leider sind der Cerro Torre und auch die Spitze des Fitz Roy in Wolken gehüllt. Aber macht Nichts. Die Stimmung hier oben, mit den schwebenden Kondoren in Augenhöhe, ist eine ganz Besondere. Die 10 Kilometer Aufstieg haben sich wirklich gelohnt.

Blick von oben einmal in Richtung Berge…                                             … und einmal in Richtung Pampa (Flachland)

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PS: vor 3 Monaten hatten wir da unten beim See unser Zelt
aufgeschlagen und sind entlang des See’s gewandert.


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Als hätten wir es abgemacht treffen wir beim Abstieg auf Iolanda und Kurt. In dieser netten Gesellschaft wandert es sich doch schon gleich viel leichter. Am Ende unserer Wanderung steuern wir direkt das Nationalpark-Infozentrum an. Hier erfahren wir, dass unsere Wildkatze ein seltener „Gato del Pajonal“ ist. Zur Sicherheit zeigt uns der Ranger den Pelz dieser Kleinkatze und ja, tatsächlich erkennen wir das Muster des Felles wieder. Es handelt sich um eine in Südamerika beheimatete Raubkatze, welche nur sehr selten zu sehen ist.



Bedenkt man das Klima, ist die Vielfalt und die Pracht der Tiere und Blumen erstaunlich.

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Nein, es ist weder Weihnachten noch Nikolaustag, sondern ein normales "Imagen por la Noche":
der Fitz Roy und Cerro Torre - der untere Bildrand wird vom Dorf El Chaltén beleuchtet

Mittlerweile stehen wir schon 5 Tage inmitten bester Gesellschaft anderer Reisenden in El Chaltén und Jan möchte endlich die abgefahrenen vorderen Bremsklötze auswechseln. Dazu will er den Motor anlassen und mit der Lenkung die Reifen richtig stellen. Aber der Motor lässt sich nicht starten. Jan erkennt sofort, die Starterbatterie ist hinüber. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Nun bekommen wir am eigenen Leib zu spüren, was wir schon oft gehört haben. Durch die heftige Rüttelei auf Schotterpisten ist das Risiko hoch, dass eine Zelle der Batterie bricht. Tja, und das ist uns nun plötzlich und unerwartet passiert. Wo kriegen wir jetzt in einem Touristen-Dorf wie El Chaltén eine neue Starterbatterie her? Ich marschiere dann mal los und versuche im Ort eine Werkstatt aufzutreiben. Tatsächlich finde ich diese auch in Form eines Schuppens, aber eine Batterie für einen Mercedes Sprinter ist dort grad zufällig nicht an Lager. Der Chef muss sie im 220 Kilometer entfernten El Calafate bestellen, wo die Batterie dann in einen Touristen-Bus verladen wird, der heute noch glücklicherweise nach El Chaltén kommt. Abends um 21 Uhr kommt dieser Bus hier an und der Werkstatt-Meister kann die Batterie zwischen den ganzen Touristen am Busbahnhof abholen. Das Ganze macht dann 360 US-$. Nicht schlecht, oder? Guter Preis. Der Chef meint am Ende zu uns, in Buenos Aires wäre die Batterie sicher 50 % günstiger gewesen. Hahaha… egal, wir sind froh unseren Indi wieder starten lassen zu können um unsere Reise fort zu führen.

Ach übrigens… Jan hat an diesem Tag auch ohne die Reifen richtig zu stellen die vorderen Bremsklötze gewechselt. Er kann dies also auch ohne Lenkeinschlag. Jan, Du bist der Beste!





Ach ja, unser Motto auf der Fahrt durch die Pampa: Sturm Sturm und nochmal Sturm







Parque Nacional Perito Moreno, Argentinien


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Ein wahrer Geheimtipp ist der einsame Nationalpark Perito Moreno. Der liegt sowas von abgelegen jeglicher Zivilisation, dass dort so gut wie keine Touristen anzutreffen sind. Auch nicht während der Hochsaison im Januar. Man kommt nur hin, wenn man die 80 Kilometer Rüttelpiste auf sich nimmt, welche von der bekannten Ruta 40 westwärts in die Anden hineinführt. Der Nationalpark Perito Moreno besticht durch seine einzigartige Landschaft. Wir finden smaragdgrüne Seen und herrliche Berge, weite Täler und eine grossartige Tierwelt. Wunderbare Wanderwege führen uns durch die faszinierende Landschaft und wir geniessen die Ruhe der Natur. Während der vier Tage, die wir im Park verbringen, erleben wir sowohl Hochsommer, als auch tiefsten Winter. Haben wir an einem Tag orkanartige Böen, die uns hindern aus dem Auto zu steigen, scheint am nächsten Tag wieder die wärmende Sonne vom stahlblauen Himmel, welche keine 12 Stunden später vom Schneefall abgelöst wird. Das Wetter hier in den wilden Anden ist tatsächlich eine grosse Herausforderung. Aber dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, ist dieser Nationalpark Perito Moreno eine wahre Perle im wilden Patagonien.

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Gerade stehen bei diesem Wind ist eine Herausforderung: geschätzte Windgeschwindigkeit 70 - 80 Km/h, die Böen legen noch ein paar Km/h drauf. Hier mit Blick auf den Lago Burmeister.




Guanakos sind in grosser Anzahl zu finden. Wir sind nie so nah an eine ganze Herde herangekommen, wie in diesem Park.







Einkaufen bei „Diarco“ in Argentinien

Ah ja - übrigens: unser neuer Träger tut auch seine Dienste.

In Argentinien gehen Jan und ich sehr gerne zum Grossisten „Diarco“. Dies ist eigentlich ein Laden für Grossabnehmer. In Deutschland wäre Diarco am ehesten mit der Metro vergleichbar. Nur, dass der Diarco wesentlich kleiner ist. Die Läden an sich sehen aus wie Hochregal-Lager, die Kette ist also kein Einkaufsparadies, aber man kann dort richtig gute Schnäppchen machen. Je nachdem was gerade im Angebot ist, finden wir dort günstigste Milch und Butter, Chips und Nüsse in Grosspackungen, Hygiene- und Reinigungsartikel zum Sonderpreis und nicht zu vernachlässigen, alkoholische Getränke zu absolut überzeugenden Preisen. Da kann es schon mal vorkommen, dass man für eine Liter-Flasche Martini Bianco nur umgerechnet 3 CHF/2,60 € bezahlt. Der Laden hat nur einen grossen Nachteil, bis man das Geschäft letztendlich verlassen kann, muss man durch 3 Stationen. Erste Station: hier werden alle Artikel gescannt. Zweite Station: hier wird die Ware bezahlt. Dritte Station: Die Produkte im Einkaufswagen werden mit denen auf der Abrechnung verglichen und abgehakt. Erst dann darf man das Warenhaus verlassen. Man muss also für den Einkauf bei Diarco viel Geduld mitbringen.

Wer Argentinien kennt weiss, die Menschen hier sind unglaublich sympathisch und gehen offen auf Ausländer zu. Sie sind sehr interessiert wo man herkommt, was man hier macht, warum man jetzt gerade bei Diarco einkauft und wo man als nächstes hinfährt. Man braucht sich bei diesen offenen Menschen auch nicht über eine spontane Einladung zu sich nach Hause wundern. Ja, der Argentinier ist ein geselliger Mensch. So auch der Mitarbeiter des Diarco in Río Gallegos, der an der ersten Station unsere Produkte scannt. Schnell verwickelt er uns in ein Gespräch und ist sehr interessiert aus welchem europäischen Land wir kommen. Er selbst kommt aus dem hohen Norden Argentiniens, nördlich von Salta. Auch wir haben unsere Fragen und wollen wissen, was einen Argentinier aus dem heissen Norden in den kühlen Süden verschlägt, usw. Dabei schiebt der Herr ständig unsere Produkte auf dem Fliessband hin und her und ich wundere mich schon wie er die 8 Stück Butter gezählt haben konnte. Egal, der Scan-Vorgang ist fertig, wir gehen zur zweiten Station um zu bezahlen. Mit der Quittung in der Hand sehen wir schnell, dass er uns anstatt 8 Stück Butter, 9 verrechnet hat. Ausserdem bemerkt der Kontrolleur an der 3. Station, dass der nette Mann am Scanner uns nicht das 6-Pack Dosen-Bier, sondern nur 1 Dose verrechnet hat. Okay, das zusätzlich verrechnete Stück Butter kann ich im Nachhinein aus dem Laden holen. Für die 5 fehlenden Dosen Bier muss Jan aber nochmal an die Kasse. Erst als wir das Geschäft verlassen bemerken wir, dass auf unserer Quittung nur 1 Liter Milch berechnet wurde, anstatt der 6 Liter, die wir tatsächlich im Wagen haben…







Auf nach Chile… geht die Einsamkeit weiter?


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Nach einem kurzen Stop am wunderschönen Lago Posadas geht es für uns auf inoffiziellen Wegen durch vulkanische Landschaften weiter zum Paso Roballos und somit zur Grenze nach Chile. Auf dieser Strecke und dann weiter im Valle Chacabuco erspähen unsere Augen Hasen, Füchse, wilde Pferde, Flamingos, Kondore und so viele Guanakos, dass ich mich schon frage, ob diese Kleinkamele nicht auch eine böse Plage sein können.





Landschaften wie wir sie immer wieder, aber jedesmal in neuer Brillanz und Einzigartigkeit erleben dürfen. Rechts: wir fahren mitten durch Vulkane hindurch, die einzelnen Schlote sind noch gut erkennbar.

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Wiedereinmal begegnen wir Flamingos. Pferde zu sehen ist nichts besonderes, doch diese scheinen noch richtige Mustangs zu sein (oder wenigstens halbwilde Pferde). Schnell hauen sie ab bevor ich die Kamera zücken kann.

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Hier stossen wir wieder auf die berühmte Carretera Austral, die Traumstrasse für viele Urlauber (und die einzige Strasse überhaupt) die durch den Süden Chiles führt. Im Vergleich zum November herrscht jetzt reger Verkehr mit haufenweisen Touristen. Mit Einsamkeit hat das hier nun gar nichts mehr zu tun.

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Der südliche Teil der Carretera Austral ist nicht geteert und somit fahren wir Hunderte von Kilometern auf Schotter. Teilweise sind die Strassen bedeckt mit feinstem Sand. Diesen wirbelt es mächtig auf und er sucht sich jede noch so kleine Ritze in unseren Indi. Den feinen Staub finden wir dann in jeder Schublade und in jedem Schrank. Der ganze Wohnraum im Fahrzeug ist mit einer feinen Schicht desselben bedeckt. Da hilft nur „Augen zu und durch“. Vielleicht das Gröbste abstauben, aber putzen lohnt sich erst, wenn man wieder Asphalt unter den Rädern hat. Andere Teilstrecken der Carretera Austral sind bedeckt mit schlimmstem Wellblech. Wusstest Du, lieber Leser, dass ich (Marita) früher dachte, Wellblech-Pisten würden tatsächlich aus Wellblech gemacht? Bevor ich selbst auf Reisen ging, hatte ich ja keine Ahnung. Heute weiss ich, Wellblech-, bzw. Waschbrett- Pisten entstehen aus zusammengeschobenem Dreck, der durch den Antrieb von meist schwereren Fahrzeugen und vor allem bergauf verursacht wird. Dieses sog. Wellblech ist für uns sehr mühsam, weil wir dadurch nur ganz langsam vorankommen. Hätten wir ein leichteres Fahrzeug und die Strasse ginge nur gerade aus, könnten wir mit mind. 80 km/h darüber hinweg schweben. Aber mit 3,5 Tonnen auf den Rädern und möblierter Innenausstattung sieht das halt ein bisschen anders aus.

Der Strassenbelag wird mit Salz versetzt, damit weniger Staub
entsteht und der Belag besser hält. Was sagt die Natur dazu?
Und was wohl unser Indi?






Unsere Ziele entlang der südlichen Carretera Austral


Haben wir bereits im November knapp 800 Kilometer auf der nördlichen Carretera Austral hinter uns gebracht, sind es jetzt im Januar nochmal um die 1’200 km. Wir steuern nämlich das hinterletzte Ende dieser Strasse an, und zwar den Fährhafen südlich von Villa O’Higgins. Da ist dann echt „Ende Gelände“, die definitive Sackgasse für uns Fahrenden. 

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Wir fahren entlang des südlichen Inland-Eismeeres. Dieses „entleert“ sich fleissig die Berge herab, als ob die Berge weinen müssten. Daher ist die Gegend von vielen grossen Flüssen und Seen mit unglaublich sauberem und klarem Wasser beschenkt.


Es ist öfters sehr kühl und nass. Da wir ja wie erwähnt an Gas-Knappheit leiden, muss trotz des Wetters ein Feuer her.

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Villa O’Higgins ist ein geplantes Dorf, auf dem Reissbrett gezeichnet. So wirkt es auch auf uns. Alles ist in geraden Linien gezogen und die Fahnen flattern in genügender Anzahl am richtigen Ort. 




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Es gibt sogar einen kleinen Einkaufsladen, der lokale Super-markt. Einkaufen tun wir aber tunlichst wenig, die Preise sind hoch und die Frische der Lebensmittel sehr tief, d.h. lampig.

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Apropos Tankstelle: hier gibt es den in Chile wahrscheinlich teuersten Sprit zu kaufen. Copec - eine halbstaatliche Firma - wälzt die Transportkosten in weit entlegene Orte, direkt und 1:1 der entsprechenden Tankstelle ab. Die Marktwirtschaft ruft zur Gerechtigkeit! Was wohl die Anwohner davon halten?





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Auf unserem Kartenmaterial gibt es noch einen weiteren Abzweig in Richtung Süden zum Ventisquero Montt, aber auch hier enden wir unerwartet in einer Sackgasse. Uns stoppt ein breiter unüberquerbarer Fluss und dessen Fähre ist ausser Betrieb. Also umkehren.

Ich weiss nicht, ob ich der Fähre auch
wirklich getraut hätte …


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Die Strasse führt wohl noch ein paar wenige Kilometer weiter, aber ich denke das war nur ein Versuch des Ingenieurs eine machbare Strassenführung zu finden. Urplötzlich endet der Weg und er stürzt locker 50 Meter senkrecht zum Fluss hinab. 



Einen weiteren Abstecher etwas abseits der C. Austral unternehmen wir ins bekannte Fischerdörfchen Caleta Tortel. Dieser auf Stelzen gebaute 500-Seelen-Ort ist wegen seiner einzigartigen Lage in einem Fjord eine kleine Touristen-Attraktion und in fast jeder Hütte wird ein Bett, Souvenirs oder was zum Essen angeboten. Das Besondere hier ist, alle Häuser sind nur über Holzstege miteinander verbunden und erreichbar, ausserdem war Caleta Tortel lange nur über den Seeweg erreichbar. Das Meerwasser im Fjord sieht aus wie Milch. Ein Einheimischer erklärt uns, auf der Oberfläche sehen wir nur das sedimentreiche Gletscherwasser. Unter der Wasseroberfläche, nämlich etwa zwei Meter tiefer befindet sich das schwerere, salzhaltige Meerwasser. Interessant, und schon haben wir wieder was dazu gelernt.

Die Bucht mit trübweissem Gletscherwasser gefüllt
(trübweiss wg. den Sedimenten).

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Es gibt keinen Weg der nicht auf einen Steg führt.



Die Gebäude kleben am Hang.                                        Die Holzhäuser selber machen einen heimeligen Eindruck.

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Alle Häuser sind auf einfachen Podesten gebaut.                   Leider verrottet vieles, auch Schiffe.

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Diese Salzwasser-Meeresbuchten sind so stark mit Gletscherwasser gefüllt, dass dieses mit seinen Sedimenten das Meerwasser Milch-weiss trübt. Schön zu erkennen ist auch die Prägung der Landschaft durch die einstmaligen Gletscher.

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Wir nutzen die herrliche Lage von Caleta Tortel um uns bei einer 6 km langen Wanderung durch die umliegende Sumpflandschaft die Beine zu vertreten. Tatsächlich haben wir dabei Glück mit Wind und Wetter. So werden wir in der moorigen Landschaft wenn schon von unten, nicht auch noch von oben nass.




Zum Glück hat der Weg Bretterstege,
 aber eben nur am Anfang und am Ende,
wo es einfach war diese zu verlegen.
In der Mitte der Strecke:
Sumpf, Morast, Wasser …




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Ein weiterer lohnenswerter Abstecher von der C. Austral geht 75 Kilometer weit ins Tal des Río Exploradores. In diesem herrlichen Valle bleiben wir sogar 3 Tage hängen, was für uns schon eher lange ist. Ausserdem besuchen wir weiter nördlich das Dorf Puerto Cisnes, wo wir um einen Tag das alljährliche Fischerfest verpassen. Weil alle Fischer am Wochenende gefeiert haben, bekommen wir heute am Montag nicht mal frischen Fisch zu kaufen. Schade.

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Puerto Cisnes mit seiner Kirche, welche sehr ähnlich zu den Unesco-geschützten Kirchen auf der Insel Chiloé ist.




Das Dorf hat auch einen Strand und viele gestrandete Schiffe. Sind diese wohl wegen dem Fest gestrandet?







Die Carretera Austral im Allgemeinen


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Diese Strasse bietet einfach Alles. Man findet auf den Hunderten von Kilometern Strassenbeläge aller Art. Beste festgefahrene Erdpisten wechseln sich mit staubigem Wellblech ab. Im Norden findet man definitiv mehr Teer, als im Süden. Wir machen die Erfahrung, dass sich der Belag vor allem auf den Schotterstrassen innerhalb weniger Wochen stark verändern kann. Fuhren wir im November auf neu gerichteten Belägen, sind sie im Januar bereits wieder voller Schlaglöcher und schrecklich abgefahren. Oder anders herum, waren manche Teilstrecken im November noch ekelhafte Rüttelwege, sind sie im Januar neu geglättet. Da sich die C. Austral ständig im Bau befindet kann es passieren, dass man plötzlich wegen einer Felssprengung an einer 4-stündigen Strassensperrung warten muss. Dann ist es gut wenn man was zu lesen oder einen guten Kinofilm dabei hat. Zumindest ist dies die Art, wie wir mit solchen Wartezeiten umgehen und uns dann die Zeit totschlagen.

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Nicht nur die Strassenbeläge sind sehr wechselhaft, auch die Landschaften um die C. Austral haben allerhand Verschiedenes zu bieten. Man durchquert vielfältige Täler und jedes hat sein eigenes Mikroklima. Im einen herrscht dichtester Regenwald, während ein Bergzug weiter die trockene Steppe vorherrscht. Mal befindet man sich inmitten tiefhängender Gletscherwelten und ein ander Mal in einer lieblichen Hügellandschaft mit traumhaften smaragdgrünen Seen. Eines ist sicher, die mehr als 1’200 Kilometer lange Carretera Austral ist und bleibt eine Traumstrasse und auf ihr wird es einem nie und nimmer langweilig.


Kongo, Panama, Kolumbien, Indonesien? Würden wir den Standort der Bildaufnahme
nicht verraten, wer könnte diese Landschaft Patagonien zuordnen?


Wolkenloses Prachtwetter mit angenehmsten Temperaturen an einem glasklaren Fluss, einsam und ruhig. Auch das ist die Carretera Austral.





  





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Einer der vielen „Fjorde“, welche tief ins Landesinnere reichen, sind auch Futtergebiete für Delphine und Robben.




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Der gewaltige Fluss Rio Baker schlängelt sich durch Schluchten.







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Ja, liebe Leser - richtig gelesen. Dieser Herr war übrigens der „Gründer“ der Strasse. Er hatte damals den Befehl zum Bau dieser wohl immer noch einzigartigen Route gegeben. Man hat wohl vergessen, das Denkmal resp. den Hinweis abzubauen (angeblich hat er noch seine Fans im Lande).













Der 31. Januar 2018


Wie habe ich mich gefreut, den Text zum Januar-Bericht bereits am 30. geschrieben zu haben. Denn wenn der Text fertig ist, kann sich Jan um die einzusetzenden Fotos kümmern und die Bildunterschriften dazu texten. Aber nein, es soll nicht sein. Am 31. Januar kommen tatsächlich noch 2 Ereignisse dazu, über die ich unbedingt informieren möchte. Also…

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Das erste Ereignis von dem ich erzählen möchte ist unser allerallererster Platten… und das ist nicht nur einfach ein normaler luftverlierender Reifen der wegen einem Loch ein wenig zischt, nein… das ist schon was ganz Grosses, was Aussergewöhnliches, ein Zuckerl sozusagen über das man noch lange reden kann. Wie ich weiter oben im Bericht bereits erwähnte, haben wir auf der Carretera Austral insgesamt schon über 2’000 Kilometer hinter uns gebracht und heute, eben am 31. Januar passiert das Unglück ziemlich genau 18 Kilometer vor dem Abzweig, an dem wir diese berühmte Strasse verlassen werden. Um 17:24 Uhr ist es soweit. 


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Wir sind mit ca. 90 km/h auf der bestens asphaltierten und geradeaus führenden Carretera Austral unterwegs als es einen wahnsinnig lauten Knall gibt. Jan muss das Steuerrad kräftig festhalten, denn der Wagen kommt aus der Spur und fängt an zu schlingern. Sofort ist uns klar, da muss einer der hinteren Reifen geplatzt sein. Jan betätigt sanft die Bremsen und lenkt den Indi gefühlvoll an den rechten Strassenrand. Erst als wir zum stehen kommen spüre ich das aufkommende Adrenalin in meinen Adern. Boah ey, sowas haben wir beide noch nie erlebt. Fachgerecht ziehen wir beide unsere Warnwesten an, stellen die beiden Warndreiecke auf und schauen uns dann das Rad an. Tatsächlich, hinten rechts hats mächtig geknallt. Unglaublich, der Reifen ist völlig zerfetzt. Wahnsinn was da für Kräfte gewirkt haben müssen. Gott sei Dank ist uns wiederum Nichts passiert. Erneut hat sich unser Schutzengel einen ehrenden Rettungsorden verdient. Enttäuscht sind wir in diesem Moment nur von dem Overlander mit der EBE-Nummer, der aus Richtung Norden kommt und ohne wenigstens kurz zu fragen ob er uns helfen könnte an uns vorbei fährt. Naja, ein Münchner halt…

Die Naturgewalten sind nie, aber wirklich nie zu unterschätzen.
Dies mussten wir mehrmals auf unserer Reise am eigenen Leib erleben.

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Das zweite Ereignis erleben wir mehr oder weniger in passiver Form. Bereits Anfang Januar erzählen uns andere Reisende von dem schweren Erdrutsch in dem Ort Villa Santa Lucía. Somit war uns klar, die Strecke die wir auf der Carretera Austral im November in Richtung Süden machten, kann so heute nicht mehr befahren werden. Etwa seit 4 Wochen wird dieses Teilstück mit einer 7-stündigen Fährfahrt überbrückt. Heute, eben 4 Wochen nach dem Unglück kommen Jan und ich von Süden her nach Villa Santa Lucía. Denn wir werden ab hier die Carretera Austral verlassen und entlang des Río Futaleufú in Richtung Argentinien weiter fahren. Als wir dann im Ort Santa Lucía ankommen und das Ausmass dieses verheerenden Erdrutsches sehen, packt es uns doch. Nie hätten wir uns vorstellen können, dass solche Erdmassen einfach in ein Dorf eindringen und dort alles verwüsten können. Das Militär zeigt hier grosse Präsenz und wir  fragen einen Uniformierten nach dem Unglück. Er erzählt uns, dass 4 Menschen bei diesem Erdrutsch ihr Leben verloren haben und die Aufräumarbeiten sicher noch eine Weile andauern werden. Welches Leid für die Menschen die hier leben. Wir wünschen dem Soldaten Glück und fahren bedrückt weiter in Richtung Osten.






Plan November:

Es geht für uns nach Argentinien und dort über die Orte Esquel, El Bolsón und Bariloche zum Camino de los 7 Lagos (zum Weg der 7 Seen). Ein weiteres Highlight für uns wird die Gegend um Pucón (Chile) mit seinem herrlichen Vulkan Villarrica. mb

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