August 2017: Titicacasee und Bolivien

Reisebericht August 2017


Reiseroute:

PERU: Lago Titicaca - Puno

BOLIVIEN: Ruinas de Tiahuanaco - El Alto - Lago Titicaca - Copacabana - La Paz - Camino de la Muerte - Coroico - Cochabamba - Oruro - Salar de Coipasa - Salar de Uyuni - Zugfriedhof, Uyuni - Potosí - Sucre - Ruta de Che Guevara - Santa Cruz de la Sierra - Ruta de las Misiones

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                                                                                    Gefahrene Distanz: 3'624 Km


Der August, für uns ein Monat der „Extreme“ und der „Abenteuer“. Wir erleben enorme Temperatur-schwankungen von heissen 39 bis zu frostigen 11 Grad unter Null. Bei Höhenunterschieden von 225 bis 4’660 Meter über Meer durchfahren wir die unterschiedlichsten Klimazonen. Flussdurchfahrten mit dem Indi, die berüchtigte Todesstrasse und der Besuch in einer Silbermine lassen den August für uns zum Abenteuermonat mutieren. Das schönste, wir dürfen die Erlebnisse zu dritt geniessen. Während knapp 3 Wochen begleitet uns unsere Nichte Verena aus dem Allgäu. Unser Plan ist streng, für die Besucherin haben wir uns viel vorgenommen und sitzen lange Strecken im Auto. Aber es lohnt sich, wir erleben viel und haben tolle Begegnungen mit interessanten Menschen.






Lago Titicaca


Der Titicacasee ist auf 3’800 MüM nicht nur das höchst gelegene Binnengewässer der Welt, er ist auch mit einer Fläche von 8’562 qkm der grösste See Südamerikas. Zu zwei Dritteln liegt der Lago Titicaca in Peru und zu einem Drittel auf bolivianischem Boden. Es ist Liebe auf den ersten Blick als wir den See mit seinem tiefblauen Wasser zum ersten Mal vor uns sehen. Gibt es einen schöneren Ort um am 1. August den Schweizer Nationalfeiertag zu feiern? Nein, und deshalb packen wir unser kleines Raclette-Pfännchen aus und starten mit unserer Tradition, die Bundesfeier mit einer echt schweizerischen Mahlzeit zu krönen. Trotz der grossen Höhe gönnen wir uns zum feinen Käse ausnahmsweise sogar je ein Gläschen Weisswein. Was wär denn eine Feier ohne auf das Jubiläum anzustossen? Das mit dem Raclette ging erst mal ganz gut los, bis dann ein Teelicht nach dem anderen den Geist aufgibt und der Käse gar nicht mehr schmelzen mag. Wir kommen zu dem Schluss, dass die IKEA-Teelichter wahrscheinlich an Sauerstoffmangel leiden und nicht für solche Höhen gemacht wurden. Also disponieren wir um und lassen nun den Käse auf unserem Gasherd schmelzen. Ist zwar nicht so romantisch, funktioniert aber ganz gut.

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Eine der vielen, jedoch eher kleinen schwimmenden Inseln der Uros


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Ein Muss für jeden Titicacasee-Besucher ist die Visite eine der vielen „Islas de los Uros". Auf diesen künstlich aus Schilf zusammengesetzten Inseln leben die Nachfahren der bereits ausgestorbenen Uro in einfachsten Verhältnissen. Es gibt hier weder Strom, noch Wasserleitungen. Auf der schwimmenden Insel die wir besuchen leben 6 Familien (22 Personen). Die Inselbewohner erklären uns wie so eine „Isla flotante“ gemacht wird und erzählen, dass sie sich ursprünglich vom Fischfang, von der Geflügeljagd, von Eiern und dem essbaren Totora-Schilf ernährt haben. 


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Der Bau einer Insel, die Häuser und Menschen darauf
werden uns anhand eines Modelles erklärt.


Seit es allerdings im Lago Titicaca kaum mehr Fische gibt, stellen sich die Menschen langsam auf Touristen um. Sie zeigen gegen ein Taschengeld ihre Behausungen und verkaufen handgemachten Schmuck und bestickte Stoffe.


Seither ist unser Kissen mit einem
Inka-Kalender geschmückt.




Eine weitere Touristen-Attraktion auf dem Titicacasee ist die Isla del Sol. Auf dieser Insel soll der Sonnengott geboren worden sein und deswegen haben ihm die Inka hier einen Tempel gebaut. Heute ist davon aber nur noch eine Ruine zu sehen.







Der Blick von der Isla del Sol auf die Isla de la Luna, dahinter die Bergkulisse

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Tradition und Moderne stossen auch hier aufeinander



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Bei den Fähren gilt eher noch die Tradition - es wird beschwichtigt, dass grosse Lastwagen und Busse damit transportiert werden. Also gut ...


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Zur Begrüssung von Verna gabs das typische
Schweizermahl „Hörnli mit Hackfleisch und Apfelmus"


Das im Hintergrund liegende Dorf heisst Copacabana und wird
von einem kleinen Sandstrand gesäumt. Angeblich sei es der
Namensgeber für den berühmtesten Strand der Welt in Rio de Janeiro.






Das Land Bolivien und seine Menschen


Obschon eines der ärmsten Länder Lateinamerikas, fühlen wir uns in Bolivien auf Anhieb sehr wohl. Selten haben wir in einem Land so viele freundliche und offenherzige Menschen gesehen. Man muss nur beim Vorbeifahren aus dem Auto lächeln oder winken und schon wird herzlich zurück gelacht und gewunken. Obwohl viele Menschen hier in Armut leben müssen, ist die Kriminalitätsrate in diesem Andenstaat eine der niedrigsten in ganz Südamerika. Aber dennoch, man darf die politisch stets sehr schwierige Lage in diesem Land (welches übrigens 3 x so gross ist wie Deutschland und 26 x grösser als die Schweiz) nicht unterschätzen. So passiert es uns in La Paz z. B., wo das Volk aktuell gegen den amtierenden Präsidenten demonstriert, dass wir während unserer Stadtbesichtigung zweimal Tränengas zu spüren bekommen. Ein ekelhaftes Zeug, das schlimm in den Augen brennt. Einheimische erzählen uns, dass sie vor der Regierung regelrecht Angst haben müssen und sie raten uns, wir sollen uns mit Polizisten nie auf eine Diskussion einlassen, sondern lieber klein beigeben und zur Not noch was bezahlen.

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Zum Glück haben wir nie eine schlimme Erfahrung mit Polizisten machen müssen. Bis auf einmal, als wir zu schnell auf der Strasse unterwegs waren. Wir sind statt der erlaubten 80 km/h, schnelle 87 km/h gefahren und prompt haben sie uns geblitzt (wahrscheinlich hat uns der einzige Blitzer erwischt). Für die Bezahlung des Bußgeldes hätten wir in ein Büro ins entfernte La Paz fahren müssen. Um das unkompliziert zu regeln bietet uns der Polizist an, wir müssten nur die Hälfte der Strafe bezahlen, allerdings direkt an ihn und ohne Quittung. Das nennt man Korruption, aber da es für uns die einfachere und schnellere Lösung darstellt, lassen wir uns darauf ein und bezahlen dem Cop das Schmiergeld.

Der Traubenschnaps in Bolivien heisst „Singani“. Doch rech schnell
merken wir, dass uns der peruanische Pisco Sauer eindeutig besser schmeckt.

Eine typische "Telefonkabine"

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Auch das ganz normale und alltägliche Betanken des Fahrzeuges stellt in Bolivien ein Problem dar. Der Sprit wird in Bolivien vom Staat subventioniert. Das heisst die Einheimischen, vorausgesetzt sie besitzen ein registriertes Nummernschild am Auto, bekommen den Diesel für umgerechnet 50 Rappen, bzw. für 45 €-Cent. Lenker, welche Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen besitzen, müssen pro Liter jedoch 1,18 CHF, bzw. 1,03 € bezahlen. Möchte nun ein Bolivianer tanken, der kein registriertes KFZ-Kennzeichen am Fahrzeug hat (und davon gibt es haufenweise), ist das nicht möglich. Dieser Fahrzeugführer parkt sein nicht registriertes Auto neben der Tankstelle, holt seinen Ersatzkanister aus dem Kofferraum und schleppt tapfer so viele Kanister hin und her, bis sein Tank wieder voll ist. Für Ausländer gilt Ähnliches. Möchte man den Sprit direkt in den Tank, zahlt man den teuren Ausländerpreis. Oder aber man marschiert ebenfalls bewaffnet mit Reservekanister zur Zapfsäule, um den günstigen Preis zu erhalten. Da der Reisende im Allgemeinen nicht gerne schleppt, gibt es für ihn noch eine weitere Variante. Ist die Tankstelle nicht mit Kameras oder anderen technischen Überwachungssystemen ausgestattet, hat man noch die Möglichkeit zu verhandeln. Das heisst, man versucht den Diesel möglichst billig von der Zapfsäule direkt in den Tank zu bekommen, ohne Schleppen versteht sich. Manchmal lassen die Tankwarte mit sich reden und geben einem den Liter Diesel für umgerechnet 69 Rappen, bzw. 61 €-Cent. Diese Tankwarte rechnen dann offiziell den Einheimischen-Preis ab und stecken das von uns mehr bezahlte Geld in die eigene Hosentasche. Das nennt man zwar ebenfalls Korruption, ist in dem Moment für uns aber das Bequemste. Immerhin hatten wir immer Glück, dass wir überhaupt Diesel bekommen haben. Denn nicht jede Tankstelle hat immer Diesel vorrätig.

Die politische Lage macht’s auch möglich, dass man plötzlich mit einer Strassensperre konfrontiert wird. Dies geschieht uns in der Großstadt Santa Cruz, als wir gerade auch noch einen wichtigen Termin zur Abholung von Jans neuer Brille beim Optiker haben. Und was natürlich immer mal sein kann, die Geldautomaten werfen plötzlich kein Geld mehr aus. Egal ob mit Maestro- oder Plus- Karte, plötzlich steht man mit leeren Taschen da und die Zig Geldautomaten können einem dann auch nicht weiterhelfen.

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Last but not least, Bolivien versinkt im Müll. Ich möchte behaupten es gibt keinen Ort in Bolivien an dem man keinen Müll in der Natur sieht. Egal ob im Strassengraben oder in einem Flussbett, egal ob an einem Berghang oder auf dem Feld, der Plastikmüll ist allgegenwärtig. Jeder entsorgt seinen Müll dort, wo er gerade Lust hat. Wir suchen uns zwar immer öffentliche Mülleimer um unseren täglichen Sack zu entsorgen, aber wenige Kilometer weiter kommen wir wieder an einer Schutthalde vorbei, wo wir genau wissen, unser Müllbeutel wird letztendlich auch dort landen. Und inmitten dieser Müllsammlung suchen nicht nur magere Hunde noch Speisereste, nein auch arme Menschen versuchen in dem Dreck noch was Wertvolles zu finden. Es ist ein Jammer…

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Da gehe ich sicher nicht baden, Geschirr waschen oder gar         Mit diesem Wasser werden die Felder bewässert; daher ist der meine Füsse abkühlen …                                            Verzehr von Gemüse in Bolivien auch problematisch.


Und trotzdem, der Bolivianer an sich ist ein wirklich sehr freundlicher, oft witziger und manchmal auch naiv neugieriger Geselle. Aber Schlitzohren sind sie irgendwie alle.







Städte wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten

Blick vom Flughafen-Parkplatz El Alto / La Paz 


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In der hoch gelegenen Stadt La Paz befindet sich der Regierungssitz Boliviens. Will man nur die zwei Städte La Paz und Sucre miteinander vergleichen, wird das schon schwer. Wegen ihres historischen Stadtzentrums ist Sucre eine UNESCO-Welterbestätte. Sie ist eine wunderbar moderne Metropole welche uns einen sehr noblen und edlen Eindruck macht. 





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Sucre: Es gibt sogar richtige Schokolade-Läden …                   … und eine grosse deutsche Schule ist auch anwesend

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Wir getrauen uns auch mal in einem der vielen Stände im Markt     In Santa Cruz findet Verena auch noch ihre Bolivien-Mütze,
ein Nachtessen zu nehmen: Huhn fritiert mit Reis und fritierte    sogar eine aus echter Handarbeit.
Kartoffeln - alles tot, gut durchgebraten, also kein Problem.
Wir sind dann auch gleich das Gesprächsthema Nummer 1 im Saal.



Die Bergkante, welche die Städte El Alto und La Paz trennen, liegt auf über 4’100 M.ü.M.
Dann geht es runter und runter bis auf ca. 3’200 M.ü.M - und die Häuser kleben förmlich am Hang.


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La Paz hingegen erscheint eher grau und geschäftig. Die Stadt liegt in einem Talkessel, welcher mit wenigen Seilbahnen überspannt ist. Das Stadtzentrum liegt auf 3’600 MüM, während der Stadtrand auf über 4’100 MüM liegt. Macht man in La Paz eine Stadtbesichtigung geht es immer bergauf und bergab, aber sicher nie gerade aus. In der Stadt findet man allerlei Märkte, welche ein Paradies für Shopping-Lustige darstellen. 



Dafür ist der Verkehr sehr problematisch …                       

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Umso hübscher sind die alten Ford-Busse;
sie sind laut, stinken und qualmen furchtbar



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Sogar einen Hexen-Markt gibt es, auf dem man nicht nur Kräuter und sonstige Heilmittel kaufen kann, sondern auch Lama-Föten, welche bei einem Hausbau neben dem Grundstein vergraben werden (als Geschenk an Pachamama = Mutter Erde). Man kann auch getrocknete Tukan-Schnäbel finden. Mit denen könne man angeblich Krankheiten heilen oder böse Geister verjagen. 





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Nach unserem Besuch im informationsreichen Coca-Museum entdecken wir in einem Hinterhof einen Instrumentenbauer, der erstklassige Saiteninstrumente fertigt. Spätestens jetzt ist unsere Nichte Verena Feuer und Flamme und kauft sich noch am selben Tag eine hübsche und wohlklingende Charango in La Paz.

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Verena ist bereits im Duett mit dem Instrumenten-Verkäufer
und übt fleissig Charango spielen




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Ähnlich der Stadt Sucre, jedoch nicht ganz so mondän erscheint uns das koloniale Cochabamba. Leider fällt unsere Stadtbesichtigung auf einen Sonntag, deshalb ist es im Stadtzentrum eher ruhig und viele Geschäfte sind geschlossen. Allerdings im und um den Mercado Cancha herrscht reges Treiben. So stürzen wir uns ebenfalls ins Gewimmel und versuchen das ein oder andere Souvenir zu finden.



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Leckere Backwaren sind überall zu finden



Trotz zu dritt bietet unser Indi immer noch mehr Platz,
als ein übliches Kollektiv-Taxi.
Verena hat es zu spüren gekriegt.




Auf unserem Weg durch den Altiplano streifen wir die Stadt Oruro. Wir bekommen den Eindruck, dass es hier eher ärmlich und sehr staubig ist. Angeblich soll hier während des Karnevals der Teufel los sein. Wir haben überhaupt keine Lust in den Ortskern rein zu fahren und sind froh, als wir der Stadt voll getankt und mit frischen Lebensmitteln gefüllt wieder den Rücken kehren können.




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Potosí, die mit auf 4’000 MüM höchstgelegene Großstadt der Welt und ebenfalls ein UNESCO-Welterbe, erscheint uns sehr authentisch. Hier handelt es sich um die ehemals reichste Minenstadt der Erde, welche mit einem prächtigen kolonialen Stadtzentrum aufwartet.

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Unsere letzte Stadt im Monat August heisst Santa Cruz de la Sierra. Santa Cruz gilt mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern als die grösste Stadt Boliviens. Da wir uns hier nicht mal mehr auf 500 Höhenmeter befinden, ist das Klima tagsüber mit über 30 Grad sehr warm, nachts kühlt es jedoch auf angenehme 15 Grad ab. Beim Landhaus El Fuerte am Stadtrand von Santa Cruz bekommen wir einen tollen Stellplatz im schattigen Garten und der Hausherr Sergio hilft uns bei unseren Erledigungen. 

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Er zeigt uns wo wir neue Reifen bekommen, empfiehlt uns eine gute Werkstatt (der in Cusco eingebaute Dieselfilter ist wegen des hohen Drucks mehrfach gerissen), schickt uns zu einem guten Augenarzt, hilft uns einen Sattler zu finden um unsere durchgesessenen Sitze neu aufpolstern zu lassen, usw. Erst haben wir Respekt mit dem Indi in die Millionen-Metropole rein zu fahren. Aber wir merken schnell, dass es hier sehr geordnet zugeht und der Verkehr relativ gut fliesst. Sicherheitshalber lassen wir hier in der Stadt auch noch unser 30tägiges Visa um weitere 30 Tage verlängern. Man weiss ja nie wo man evtl. noch hängen bleibt hier in Bolivien…

Unser neuer Dieselfilter gehört auch
bereits zum Schrott





Der Altiplano und seine Salzseen


Der riesige Salar Uyuni; man beachte am Boden die „Salzkacheln“,
welche typisch für den Salzsee sind.

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Was wäre das Dakar-Denkmal ohne die hübschen Girls … 

Hier erst mal eine Erklärung was Altiplano überhaupt bedeutet: Direkt übersetzt heisst Altiplano Hochebene. Es handelt sich hier um eine halb- bis sehr trockene steppenhafte Gegend, welche auf einer Höhe zwischen 3’500 und 4’200 MüM liegt. Man findet hier eingesprengte Gebirgszüge, Schluchten und Vulkane. Die Tages- und Nachttemperaturen unterscheiden sich meist um mehr als 20 Grad Celsius.






Bild ohne Kommentar - noch Fragen? 

Nicht nur der Lago Titicaca liegt im Altiplano, auch die zwei herrlichen Salzseen Coipasa und Uyuni, die wir jetzt im August mit unserer Nichte Verena bereits ein zweites Mal befahren wollen. Der Salar de Coipasa erscheint uns ja schon riesig, aber der Salar de Uyuni schlägt alles. Mit einer Länge von 160 km und einer Breite von 135 km ist er die grösste und höchst-gelegene Salzwüste der Welt. Es macht uns riesigen Spass auf den Salaren rum zu kurven. Ach was sag ich, Kurven machen wir ja kaum, wir fahren Zig Kilometer nur geradeaus und zwar in einem Tempo wie auf der Autobahn. Das Wetter ist traumhaft. Uns begleitet herrlich blauer Himmel und die Sonne strahlt dermassen auf das weisse Salz, dass es ohne Sonnenbrille in den Augen weh tut. Das ist das beste Wetter für ein Foto-Shooting. Sind die Salare doch dafür bekannt, dass man hier lustige Perspektiv-Fotos schiessen kann. Wir übernachten einmal auf dem Salar de Coipasa und einmal auf dem Salar de Uyuni. Mit dem Ergebnis, dass wir während der Nacht unter einem Meer von Millionen Sternen schlafen können. Nie haben wir mehr Sterne auf einmal gesehen und das mit einer Rundumsicht von 180 Grad.

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Super hat Verena aus dem Allgäu feinen Käse für ein Fondue mitgebracht. So haben wir auf dem Salzsee von Coipasa das leckerste Käse-Fondue geniessen können, das wir seit langem gegessen haben.



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Zwischen den zwei Salaren liegt die angebliche Hauptstadt des Andenkorns „Quinoa“, hier mit einer Produktion auf herkömmliche Art und Weise. Es kann bis auf eine Höhe von 4200 Metern angebaut werden.





Wir haben Spass, viel Spass auf den Salaren:

Das Wissen aus der Tanzausbildung von Verena wird gleich umgesetzt. 












Betrachtet man die Spassbilder genauer, so könnten einige Bilder mit Wünschen umschrieben werden: 

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Mit einem Instrument eins werden


Den Jan verhauen

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Auf Eiern tanzen können

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Einen guten Schluck trinken

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Auf einem Ei reiten

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Sich an eine spezielle Kette „hängen“ (gell Manu)

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Faulenzen

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Wir lieben unseren Indi:


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Nach dem Salat ruft der obligate Besuch des Friedhofs der Eisenbahnen - dieses mal mit wolkenlosem Himmel.

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Abenteuer pur in Bolivien

Marita und Verena in Vollausrüstung - hier gerade bei einer kurzen Rast (Fotosession).

Unser erstes Abenteuer wird der „Camino de la Muerte“, die Todesstrasse in den Yungas. Da die schmale unbefestigte Fahrspur an den sehr steilen Abhängen früher viele Menschenleben forderte, galt sie lange als die tödlichste Strasse der Welt. 







Durch richtigen Bergdschungel geht es rasant die Piste hinab.

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Heute, da es eine neue Umgehungsstrasse gibt, ist der Camino de la Muerte eine Touristen-Attraktion und ein Vergnügen für Mountain-Biker. Für Verena und mich ist klar, wir wollen dieses Abenteuer mit dem Fahrrad erleben. Jan mit seinem immer noch etwas angeschlagenen Ellbogen wird uns, bzw. unsere Gruppe mit dem Indi begleiten. Treffpunkt für die Abfahrt ist um 08:30 Uhr auf dem knapp 4’700 Meter hohen Bergpass La Cumbre. Hier werden Verena, ich und 9 weitere Touristen mit professioneller Schutzkleidung und einem gut gefederten Mountain-Bike ausgestattet. Wir bekommen genaue Instruktionen wie alles funktioniert und dann geht es auch schon los. Von den 4’700 Metern geht es erst mal während 20 km auf Teerstrasse runter auf 3’300 Höhenmeter. 

Ich darf auch mit - mit dem Indi, ganz alleine die Todesstrasse
runter fahren. Ging ganz gut da kein Gegenverkehr war.

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Von den eisigen Temperaturen die wir oben hatten, ist hier schon nicht mehr viel zu spüren. Unsere Fahrräder und wir werden jetzt nochmal für ein paar Kilometer ins Auto verfrachtet, um an den Anfang der eigentlichen Todesstrasse zu gelangen. Der Camino de la Muerte startet auf einer Höhe von ca. 3’100 Höhenmeter, aber bevor es definitiv los geht, werden wir mit einem Frühstück verwöhnt. Gut gestärkt, kann es jetzt endlich los gehen. Rauf aufs Bike und ab in die Tiefe. Es macht einen Heiden Spass mal nicht im Indi, sondern auf dem Fahrrad eine Bergstrasse runter rasen zu können. Tatsächlich gibt es enge Kurven, steile Abhänge und kleinere Wasserdurchfahrten, aber mit dem Indi ist die Todesstrasse an sich überhaupt kein Problem. Spannend ist wie sich die Landschaft verändert. Umso weiter wir in die Tiefe rollen, umso dichter wird das üppige Grün. Die Luftfeuchtigkeit nimmt enorm zu und die Temperaturen schiessen in die Höhe. Nach einem weiteren Snack-Stop und 30 Kilometer weiter, erreichen wir gegen 13:45 Uhr das Ende unserer lustigen Fahrt über die ehemals gefährlichste Strasse der Welt. Im Dorf Yolosa befinden wir uns auf einer Höhe von nur noch gerade mal 1’200 Höhenmetern, es ist sauheiss und die Mücken haben anscheinend schon längst auf uns gewartet um uns das Blut aus den Adern zu saugen. 

Muss auch mal sein - relaxen am Pool wie in einem richtigen
Touri-Hotel am Gardasee :)

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Nach einem kurzen Umtrunk fahren wir mit dem Auto zu einem Restaurant mit Swimming-Pool. Alle Teilnehmer der Gruppe (und Jan selbstverständlich auch), bekommen hier noch ein leckeres Mittagessen und können sich im kühlen Wasser des Pools erfrischen. Alles in Allem war die Rad-Tour super organisiert und professionell geführt. Selbst Jan im Indi unterwegs, war voll in die Gruppe integriert und wir hatten alle zusammen einen Megaspass. Diese Fahrt von den hohen Bergen in die grüne Hölle mit einer Höhendifferenz von 3’500 Metern ist definitiv jedem zu empfehlen.






Auch das muss sein - Luft aus den Reifen lassen, damit das Fahrwerk weniger
Schläge auffangen muss und weil es um einiges bequemer im Auto wird.

Unser zweites Abenteuer in Bolivien liegt auf der unbefestigten Strasse von Coroico nach Cochabamba. Für die 460 Kilometer lange Strecke (Luftlinie keine 200 Kilometer) rechnen wir 3 Tage ein, die wir auch tatsächlich benötigen. Die Strasse führt uns mitten durch die Berge. Es ist ein stetes Auf und Ab. Ich habe keine Ahnung wie viele Höhenmeter wir während dieser drei Tage machen. Ich kann nur sagen die Fahrt ist sogar als Beifahrer sehr anstrengend. Die Landschaft hat sich auf dieser Route von Tag zu Tag gesteigert. Am ersten Tag sind die Strassenverhältnisse schlechter, als was die Landschaft wett machen kann. Am zweiten Tag macht uns die Rumpelfahrt wegen der schönen Landschaft schon nichts mehr aus und am dritten Tag spüren wir die Schlaglöcher schon gar nicht mehr, weil die herrlichen Berge in uns einen „Boah, ist das toll“-Effekt hervorrufen.

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Wir wussten schon bevor wir auf diese Strecke gingen, dass mindestens eine grosse Herausforderung auf uns wartet. Nämlich die Flussdurchquerung des Flusses Sacambaya. Die Brückenpfeiler der ehemaligen Strasse stehen zwar noch, aber von der Brücke selbst ist weit und breit nichts mehr zu sehen. 



Trotz strengem Reise-Programm war
immer wieder Spass angesagt.


Da müssen wir rüber … und man beachte die Serpentinen bis hoch
zum rechten oberen Bildrand … da müssen wir hoch.

Das ca. 400 Meter breite Flussbett ist während der Regenzeit unpassierbar und wir hoffen sehr, dass der Wasserspiegel soweit zurück gegangen ist, dass wir wenigstens mit unserem Indi durchfahren können. Der Blick von oben auf den tiefer liegenden Fluss lässt uns erschaudern. Das Flussbett sieht mächtig breit und brutal sandig aus. Das ändert sich auch nicht, als wir bereits an demselben parken um die Lage zu checken. Ich marschiere dann erst mal los und versuche auf den anderen Seiten der Gott sei Dank nur knietiefen Wasserläufe, Reifenspuren zu finden. Und wirklich, ich finde nach durchwaten des Flusses und wandern auf staubigen Sandbänken einen Weg, der auf der anderen Seite des Flusses wieder rauf in die Berge führt. Prima, dann holen wir mal den Indi mit dem Jan und der Verena. Aufgeregt bin ich und mein Herz schlägt wie wild, als Jan mit dem Sprinter in den Fluss eintaucht. Aber die Aufregung ist wieder mal umsonst. Wir haben den besten Weg durch das Wasser gewählt und somit ist die Flussdurchquerung für unseren Indi ein Klax. Auch die Sandbänke können unserem Fahrzeug nichts anhaben. Mit der Untersetzung und wenig Luft in den Reifen rollen wir über den weichen Untergrund wie auf Butter.

Suche nach dem Weg und der besten Durchfahrt -                     Wer sucht der findet - wir konnten ohne Schaden die ganze
weit und breit ist nichts zu sehen, kein Weg, keine Hilfe          Flussebene durchqueren, ob durch Wasser oder über Steine.